FC St.Pauli - TeBe Berlin 1:1. Hatte der FC eine Chance das Spiel zu gewinnen?
Am Spielanfang versuchten die Spieler vom FC St.Pauli ein agressives "Vorchecking" zu spielen. Die Absicht war wohl den Gegner unter Druck zu setzen und Fehler zu erzwingen. Diese Phase des Spiels hielt leider nur 10 Minuten an. Ein Grund dafür war sicherlich die clevere Spielweise der Gäste, die sich teilweise durch Spielverständnis und Raumübersicht sehr gut lösen konnten und das ausgeübte Vorchecking vom FC zu nichte machten. An solchen aufblitzenden Spielzügen konnte man die Klasse der Berliner erkennen. Solche guten taktischen Spielzüge konnte man immer wieder mal im Spiel erkennen. Hieraus kann man auf die Taktik der Gäste des Trainers Schäfer schließen. Er ist wohl der beste Trainer der zweiten Liga.
Persönlich komme ich zu dem Schluß, daß die Mannschaft von Schäfer durchaus in der ersten Liga spielen kann. Trotzdem hat St.Pauli gekämpft und versuchte auch mit Spielzügen ab und zu mal zu glänzen, aber Pauli geriet in Rückstand mit 0:1 noch während der ersten frühen Halbzeit. Leider waren die sogenannten Spielzüge nicht so brilliant wie die des Gegners. "Macht nichts", sie waren trotzdem ansehbar, auch aus der Perspektive, daß der FC trotz des Rückstands weiterhin mit Konzept zu spielen versuchte. Nicht wie es in einigen Spielen zuvor demonstriert worden ist, daß man anfing, planlos ohne Kopf durch die Mitte spielen zu wollen.
Schon in Halbzeit 1 war eine stetige Steigerung Pereiras zu sehen, der in der zweiten Halbzeit den Elfmeter rausholte. Pereira versuchte Bewegung vorne in der Spitze zu bringen, was ihm im Verlauf des Spiels immer besser gelang. Teilweise vermisste man von einigen Spielern diesen Bewegungsdrang.
Während der zweiten Halbzeit, in der 57. Minute, holte der besagte Pereira den Elmeter für St.Pauli raus, den Klasnic zum 1:1 Ausgleich verwandelte. Gleichzeitig wurde Pereira durch Puschmann ersetzt. Ab dem Zeitpunkt des 1:1 Ausgleichs kam Feuer ins Spiel von beiden Seiten. In dieser Phase hätte einer der beiden Mannschaften das Siegtor schießen können. In der Zwischenzeit wurde auch Karaca eingewechselt. Er war bemüht und machte bis zum Ende des Spiels einen ordentlichen Eindruck. Die letzten 20 - 25 Minuten nahm der Druck von TeBe enorm zu. Pauli schaffte es nicht sich bis zum Spielende von diesem Druck zu befreien.
Um auf die Frage in der Überschrift zurückzukommen: "ja", weil Pauli eigentlich für seine Verhältnisse gut gespielt hat, leider war der Gegner durchschnittlich wesentlich stärker, deshalb bestand auch die minimale Chance.
Aus diesem Blickpunkt kann man mit dem Unentschieden hoch zufrieden sein als St.Paulianer.
Weiterhin ist der Spieler Trulsen mit seinem souveränen Spiel mit der Note 2 auszuzeichenen. Der Torwart Wehlmann hat trotz des Gegentores, an dem er keine Schuld trägt, wie immer ein gutes Spiel absolviert. Klasnic erhält als Note nur eine 3, trotz des verwandelten Elfmeters, weil ein Kräfteeinbruch deutlich am Ende der zweiten Halbzeit zu erkennen war. Als Spielmacher hat Polunin entäuscht. Er hatte viel zu wenige Ballkontakte, forderte den Ball zu wenig, schaffte es nicht, der Mannschaft Anweisungen zu geben, viel zu wenig geniale Pässe oder Flanken (lediglich 4 Flanken während des gesamten Spiels, die man als gut bezeichnen kann). Lotter hat auch sehr entäuscht. Nur 2 bis 3 gute Aktionen während des Spiels. Die technischen Defizite sind als Mittelfeldspieler zu gravierend. Genauso mangelt es an Spielübersicht. Positiv ist für Lotter, daß er Einsatz gezeigt hat. Deshalb gebe ich ihm die Note 4 (fast 4-). Für mich spielt Lotter auf der falschen Position, dies geht an die Adresse des Trainers.
Spielernoten:
Wehlmann 2; Trulsen 2; Wolf 3+; Lotter 4; Hanke 3+; Polunin 4+; Trejgis 3; Ahlf 3+; Pereira 2; Klasnic 3; Karl 3; Karaca (2.Halbzeit) 2-; Puschmann 4+; Tsoumou-Madza (2.Halbzeit) 4
Mannschaftsnote FC St.Pauli: 3
Note für das Spiel: 3