Ein eindrucksvolles 5:0 des FC St.Pauli gegen Waldhof Mannheim

Wie kann sich soetwas ereignen, wird man sich als Fan des FC fragen. Letzte Saison noch fast abgestiegen und plötzlich in dieser Saison, als wäre der Abstiegskampf nie gewesen, greift der Verein nach den Sternen der zweiten Liga. Die Gründe sind einfach zu benennen, vergleicht man die alte Saison mit der neuen Saison. In der neuen Saison harmoniert die Mannschaft, ein Zusammenspiel aller Spieler ist deutlich zu erkennen. Es wird versucht, die vorher gewählte Taktik umzusetzen und daran hat der Trainer einen großen Anteil. Er ist in der Lage die Spieler so einzubinden, daß sie als Mannschaft zusammen spielen und dadurch das taktische Konzept auch umsetzen zu können. Hieraus resultieren Spielwitz, Einsatzwillen und Begeisterung. Das letztere überträgt sich aufgrund der guten Spiele nahtlos auf das sympathische Publikum, welches wohl einzigartig in der zweiten Bundesliga ist.

Es fing an mit mäßigen Anfangsminuten, in denen Walhof seine beste und einzige wahre Chance hatte (wenn man von dem Abseitstor in der zweiten Halbzeit absieht). Die Chance entstand von der linken Seite durch eine Flanke des Spielers Vata, wobei sein Mitspieler am Ball vorbei segelte. Auf seiten der Mannheimer war der genannte Spieler Vata noch der beste Spieler. Doch nun kam der "Pauli Express" ins Rollen durch eine hervoragene Ecke, die der Spieler Trulsen mit dem Kopf lehrbuchmäßig zum 1:0 verwandelte. Von nun an nahm der "Pauli Express" Höchstgeschwindigkeit auf und war nicht mehr zu bremsen. Auch das zweite Kopfballtor war lehrbuchmäßig. Sehr gute Flanke auf den Spieler Ivan Klasnic der den Ball im Netz versenkte (zu vergleichen wohl nur mit dem Kopfballtor von Jao Pinto beim EM Spiel Portugal gegen England). Ansonsten war die erste Halbzeit eine Demonstration des FC St.Pauli. Die weiteren Tore in der ersten Halbzeit erzielten Christian Rahn zum 3:0 sowie Holger Stanislawski zum 4:0.

Die zweite Halbzeit war auch sehr gut anzusehen. Die Fans wurden keine Sekunde gelanweilt. Das Ergebnis wurde noch auf 5:0 erhöht, was in der 82. Minute durch ein Tor von Marcel Rath erzielt wurde. Das soll aber nicht heißen, daß der FC noch weitere Tore hätte schießen können. Sie wurden sogar in einer überheblichen Weise leichtfertig vergeben. Auffällig war die gute Besetzung auf der linken sowie rechten Flügelseite.

Fazit des Spiels: Sehr gute Abstimmung von Verteidigung, Mittelfeld und Sturm. Die Mannschaft des FC St.Pauli sah wie ein zusammengehöriges Gefüge aus. So gelang es auch das Pressing beizubehalten und umzusetzen. Nochmals lobend zu erwähnen sei hier der Trainer Demuth, der sehr gute Arbeit mit der Mannschaft geleistet hat. Hoffentlich bleibt er dem Verein noch lange erhalten. Um die Frage zu beantworten "Wer soll diesen Verein und dessen Spieler in dieser Saison noch stoppen?", bleibt nur die Antwort: Die Mannschaft und die Spieler selbst, wenn sie von der Harmonie, Spielkultur und den Instruktionen des Trainers abweichen und durch egoistische Triebe ihr eigenes Spiel spielen wollen. Es ist noch abzuwarten wie hoch die Moral und Erfahrung der Mannschaft ist, sollte sie einmal in Rückstand geraten. Hierbei zeigt sich die wahre innere Größe eines Teams. Einmal hat sie dies schon eindrucksvoll in Ahlen gezeigt. Sollte Pauli diese Saison die Größe besitzen, haben sie mit der Leistung ernsthafte Chancen auf den Aufstieg. Trotzallem dürfen sich die Gegner vom FC St.Pauli warm anziehen. Ein Spaziergang gegen dieses Team wird es allemal nicht geben.

Gesamtnote FC St.Pauli: 2+; Gesamtnote des Spiels: 2

gez. Rudi "Günther Netzer" am 20.08.2000

PS: Sollte es Unstimmigkeiten geben, weil Sachverhalte falsch wiedergegeben wurden, oder ich Eindrücke Eurer Meinung nach falsch geschildert habe, würde ich mich über Kritik sehr freuen. Ich werde dann bestimmt eine Antwort hierzu liefern. Im großen und ganzen versuche ich, bei meinen Berichten objektiv zu sein.