Rubberslime im Clubheim FC St. Pauli am 3. Oktober 2003
Tja, eigentlich hatten sich Dicken und seine Jungs ja mit den Jungs von den Rubbermaids exklusiv für das Retterfinale am Millerntor am 30. August 2003 zusammengetan, doch offensichtlich haben die Jungs wieder Bock auf Rocken und gehen nun auf Tour und werden im nächsten Jahr ein Studioalbum veröffentlichen (siehe auch www.rubberslime.de ).
Erster Gig nach dem Probegig in Bad Oldesloe vor dem Retterfestival und dem Festival selbst war nun im Clubheim des FC St. Pauli. Für dieses eigentlich als Geburtstagsparty für 17 Jahre Das Taxi" gedachte Konzert gab es einige wenige Karten auch im Fanladen zu erstehen und für sechs Euro waren Andy und ich mit dabei.
Beginn sollte um 21 Uhr sein, doch als wir um halb zehn eintrudelten spielte immer noch die Vorband sehr engagierte, aber doch eigenwillige Cover und eigene Stücke. Den Taxifahrern schien es zu gefallen, den anderen Gästen eher weniger, hatte die Musik doch nicht wirklich viel mit Punkrock zu tun.
Also erst mal zwei Astra bestellt. Sieben Euro! Ich staunte nicht schlecht, ließ mich dann aber aufklären, dass allein vier Euro Becherpfand seien. Die Vorband hörte endlich auf, der Saal" füllte sich.
Slime habe ich Anfang der neunziger Jahre sehr gern gehört (vor allem das letzte Album Schweineherbst") und war gespannt, wie viele der mir bekannten Songs ich am heutigen Abend zu hören bekommen würde. Das Konzert beim Retterfestival war ja schon großartig gewesen! Die Rubbermaids sind mir eigentlich nur durch die St. Pauli Sampler ein Begriff, andere Stücke kenne ich nicht.
Das Clubheim ist eigentlich eine sehr geile Lokation für kleinere Konzerte, allein die Decke ist für solcherlei Veranstaltungen vielleicht etwas zu niedrig. Die Temperatur nahm jedenfalls ziemlich bald Markthallenverhältnisse an.
Mit einem zünftigen ACAB" stimmte Dicken das Konzert an und der Saal begann zu kochen. Unzählige Kehlen brüllten lauthals mit als ob es die gut 10 Jahre Pause nicht gegeben hätte. Außer ein paar Punks in der ersten Reihe und den Taxifahrern war das Publikum doch eher von Thirtysomethings geprägt (die Fans altern halt irgendwie immer mit der Band...), die schwer begeistert waren. Alle gegen alle" brachte dann auch den letzten zum Mitgröhlen und Rumhopsen, ganz groß. Es folgten einige mir unbekannte Songs und auch einige ruhigere Stücke hauptsächlich von Slime, aber auch von den Rubbermaids. Natürlich wurden auch die neuen Stücke der Viva St. Pauli" Scheibe intoniert, da könnte sich vielleicht eine neue Stadionhymne entwickeln (Stichwort: Wann steht St. Pauli wieder auf?).
Nach gut einer Stunde überraschte Dicken dann das staunende Publikum mit der Ansage OK, wir machen jetzt mal eine Viertelstunde Pause zum Durchlüften!" Verwunderte Blicke und vereinzelte Lacher waren nicht zu übersehen bzw. zu überhören.
In der Tat nutzte dann die Hälfte des Publikums die Pause für den Toilettengang und /oder eine neue Bierbestellung, um sich dann zum Auslüften vor die Tür zu begeben. Genau 15 Minuten später waren alle wieder an ihrem Platz und das Konzert konnte weiter gehen. Weitere Hits folgten, aber einer meiner Lieblingssongs war leider nicht dabei: das Karlsquelllied!
Zum Finale kam dann der Song, den alle sehnlichst erwartet hatten: Deutschland muss sterben". Die ersten acht Reihen pogten wie die Bekloppten und auch der Rest des Saals ging ab wie Schmidts Katze! Nur geil!
Alle, die nicht dabei sein konnten, seien die folgenden Konzerte wärmstens empfohlen und an Rubberslime: hoffentlich habt ihr noch lange Lust und Laune und erfreut uns weiter mit eurem Sound!