Ein Tor, ein Tor, ein Tor, ein Tor, ein Tor! Bounoua, Bounoua,
Bounoua schießt ein Tor !
oder
Bounoua vs. Traumhüter
FC St. Pauli - 1. FC Köln (A) 4:0
Die Überschrift wird wahrscheinlich noch so mancher Bericht tragen und selbst die Mopo hatte richtig hingehört und die Zeile in ihrer Samstagsausgabe beim Spielbericht verwendet und dem guten Bounoua die Note 0,5 verliehen, da 1 zu schlecht erschien.
Der Tag fing stressig an: zu spät aufgestanden, zu lange gefrühstückt, das Auto mühsam vom Eis befreit (weil man ja zu faul ist, abends mal die Abdeckung über die Windschutzscheibe zu legen), fünf vor acht in der Schule gewesen. Dann sechs Stunden Schule, die Kids (und die Lehrerin) schon ab der vierten Stunde dringend wochenendbedürftig. Danach Albrechts Feinkostladen aufgesucht, nach Hause, Klamotten gewechselt, Andy von der Arbeit abgeholt, um viertel vor fünf am Stadion, weil blödes volk AFM Tresendienst hatte. Ich musste noch fix meine am Vortag gekauften Schuhe umtauschen. Bei der Gelegenheit noch eine Mütze gekauft. Zum Auto, lieber noch einen Pullover angezogen. Ich sah aus wie das Michelinmännchen!
Um sechs wieder am Container. Puh. Erst mal ein lecker Astra und nett schnacken mit der sozialen Bezugsgruppe. Übersteiger kaufen. Bei der Gelegenheit feststellen, dass die Dauerkarte zu Hause an der Pinnwand hängt. Panik. Rein zur Dauerkartentauschbörse, aber eine Stunde vorm Spiel ist das auch nicht mehr so der Geheimtipp...Hektisch rumfragen: Hat noch einer ne Karte übrig? Natürlich nicht. Wild SMS verschickt. Schließlich: Jo, ich hab noch eine, ich reich sie dir durch den Zaun. Erleichterung. Im AFM-Container Entwarnung geben und dann rein.
Ich suchte mir wieder einen Platz bei den 42ern, da ich weder Thesie noch Reiner sah und auch nicht per Handy erreichte. Mit Psycho neben und Hoto und Maike hinter mir hatte ich auch sehr nette Unterhaltung. Psycho und ich hatten bis 15 Minuten vor Anpfiff eine super Sicht, doch dann stellten sich doch statt der bestellten Zwerge Riesen vor uns. Toll. Sechste Stufe von unten ist eh nicht so der Hit, weil dann schon der Zaun im Bild ist und nun auch noch zwei entzückende Hinterköpfe! Im Normalfall ist es ja wurscht, guten Fußball verpasst man ja eh nicht (kleiner Einschub: möglicherweise fallen deshalb die eigentliche Spielberichte immer so knapp aus, gibt es vergessene Tore etc, weil ich allenfalls ein Drittel des Spielfeldes sehen kann. Ein eindruckvolles Foto gibt es da aus auf Wattenscheid, wo ich mal einfach aus meiner Sichthöhe geknipst habe....). Doch heute sollte sich das als äußerst ärgerlich herausstellen. Psycho spielte eine Weile nach Anpfiff den Radiokommentator, gab dann aber bald auf.
Zum ersten Tor kann ich dann auch leider gar nichts sagen, weil die Köpfe meiner Vorderleute just in dem Moment das Tor komplett verdeckten. Nicht mal den Schuss konnte ich sehen! So´n Sch***!!!! Psycho versichte mir, dass es ein unglaubliches Tor gewesen sei, während ich mich damit tröstete, dass ich mir das Tor ja noch einmal im TV anschauen könnte (oder auch nicht, verf*** Regionalliga!!!)
Bis dato war es ein sehr ansehnliches Spiel, die Kölner standen gut, hatten aber keine zwingenden Chancen. Agu wirbelte kräftig, kam auch zum Torschuss. Doch noch musste Lars Leese (der Traumhüter") nicht hinter sich greifen, zu abschreckend wohl das leuchtende Neonorange seines Trikots. Bis Bounoua auf den Plan kam. Und wunderschön ins Tor traf.
Bis zur Pause tat sich dann nichts mehr, ich konnte die Führung nicht so recht genießen, zu oft bedeutete es, dass der Gegner dann aufdrehen und unsere Jungs einbrechen würden.
Nach der Pause kam dann Musci für Agu, der wegen Pöbelns kurz vor einer roten Karte stand und brachte noch mal kräftigen Wind in die Mannschaft, die bemüht war, das 2:0 zu schießen. Dass er dann durch einen Elfmeter fällt, hätte ich nicht erwartet. Bounoua verwandelte sicher. (Der wievielte Elfer war das eigentlich für uns in dieser Saison? Gefühlte 5 würde ich sagen, vier verwandelt, einer daneben (der Kicker gibt da leider auch keinen Aufschluss, in der Torjägerliste sind die Elfer aufgeführt, demnach wären es drei, alle von Bounoua geschossen)). Unglaublich! Die Mannschaft spielte nun deutlich sicherer, kam zu Chancen. Musci lief einmal ins Abseits, aber immerhin lief er wieder! Und er zeigte einen wunderschönen Hackentrick und ließ dabei den verdutzten Kölner ziemlich dumm aus der Wäsche gucken, um dann ganz knapp am Tor vorbeizuschießen. Schade, die Aktion hätte ein Tor verdient gehabt. Doch der Ball landete am Sichersten bei Bounoua, der dann auch das 3:0 erzielte. Leider ist in meinem Freudentaumel verloren gegangen, wie es entstand (vielleicht habe ich es aber auch wieder nicht richtig gesehen, obwohl - die Südseite hatte ich ganz gut im Blick), kollektives Hüpfen auf den Rängen, einfach geil. Wir werden das Spiel gewinnen! Es wurde viel gesungen, von You`ll never walk alone" über Äppel klaun" bis Auf der Reeperbahn nachts um halb 1" und Football ´s coming home" wurde ein breites Repertoire zum Besten gegeben. Und immer wieder natürlich Ein Tor, ein Tor, ein Tor ein Tor ein Tor! Bounoua, Bounoua, Bounoua schießt ein Tor!" Köln tat nun nichts mehr und so konnte Bounoua auch noch das 4:0 erzielen! Tanze Samba mit mir!" Vier Tore in einem Spiel! Ein lupenreiner Hattrick! Kein Gegentor! So macht Fußball schauen Spaß. (Heute Morgen bei der Lektüre der Mopo (Abendblatt hatte noch keinen Bericht!) überlegte ich, dass Niko Patschinki einst auch mal vier Tore geschossen hat (auswärts), allerdings ging das Spiel 5:2 oder so aus (fragt mich jetzt nicht, welches das war, ich war aber nicht dabei (glaub ich)).
Nach dem Spiel hatte Andy dann ja noch weiter Tresendienst, während ich dann erst mal unsere Brementickets bezahlte und abholte und bei der Gelegenheit noch bis zum Abschließen im Fanladen verweilte, um dann mit Mathes und Flo zum Jolly aufzubrechen. Dort war die Hölle los, einmal nach hinten und wieder nach vorn hat wohl 10 Minuten gedauert! Vorn war die Luft angenehmer, bei geschätzten 100 Personen im Laden gibt auch die beste Lüftung auf... Die Mucke war genial, es wurde überall kräftig getanzt ( vor allem die Schuhverkäufer im Schaufenster waren ne Wucht!) ;-) . Um viertel nach 12 war die Tresendienstcrew dann auch endlich da und eine Stunde später gings dann nach Hause.