St. Pauli vs. Gladbach

Lange Zeit war es gar nicht klar, ob dieses so wichtige Spiel zweier Kellerkinder aufgrund der Platzverhältnisse überhaupt angepfiffen werden würde, doch Schiedsrichter Strampe sagte bei der Platzbegehung: " Wir ziehen das durch !!!". Der Platz war zwar von einer gut 4 cm dicken Schneeschicht bedeckt, der Boden war aber nicht gefroren und so entschied Er, dass keine Verletzungsgefahr für die Spieler besteht und das Spiel am mal wieder ausverkauften Millerntor stattfinden konnte. Strampe hatte damit die Sympathien unseres Bürgameistas sofort gewonnen, welcher einen Lübeck-Nachbarn und absoluten Fohlen-Fan im Schlepptau hatte.

Im Tor stand Simon Henzler nach seiner Verletzung unterhalb der Gürtellinie wieder zur Verfügung, mußte aber mit einem " Suspensorium " ( vielleicht besser als "Sackschutz" bekannt ... ). Davor Berre, Stanislawski und Bürger, da Gibbs gelbgesperrt war. Im Mittelfeld Held, Bajramovic ( hatte seine Rotsperre abgesessen ), Kientz und Rahn. Meggle spielte wieder hinter den Spitzen Patschinski und Rath.

Aufgrund der Platzverhältnisse war ein technisch anspruchsvolles Spiel natürlich unmöglich, aber das Astra schmeckt gut gekühlt einfach besser und das vom Kampf betonte Spiel war erstaunlicherweise doch sehr anschaulich ( zumindest aus der Meckerecke ). Der Ball wurde vom Schnee jedoch ständig gestoppt, was ein Kurzpassspiel unmöglich machte. Deshalb versuchten beide Teams mit langen hohen Bällen in Strafraumnähe zu gelangen, um dann mit Flanken die Stürmer zu bedienen.

Nach einer halben Stunde unterschätze Stanislawski einen hohen Ball und kam ins rutschen. Der nun völlig freie van Lent konnte den Ball in Ruhe annehmen und hatte nur noch Henzler vor sich. Leider liess er dem Keeper durch einen plazierten Schuss keine Abwehrmöglichkeit. St. Pauli geriet also mal wieder in Rückstand, doch die Antwort der Kiezkicker liess nicht lange auf sich warten. Keine fünf Minuten später bugsierte Kientz mit einem wunderschönen Seitfallzieher ( !!! ) eine Flanke von Rahn ins Tor der Gladbacher.

St. Pauli wollte unbedingt gewinnen und mit dieser Einstellung kamen die Spieler auch aus der Kabine. Kurz nach Anpfiff musste Stiel eine Chance von Bajramovic vereiteln. Nur fünf Minuten später köpfte Patschinski auf das Tor der Gäste, doch Hausweiler stand genau richtig auf der Linie und konnte den Ball ebenfalls mit dem Kopf gerade noch mal abwehren. In der 60. Minute landete eine missglückte Flanke von Rahn gefährlich an der Latte. Der Abpraller kam zu Rath, doch der Nachschuss wurde von einem Gladbacher abgewehrt. Kurz darauf ein gefährlicher Konter der Gäste. Ein langer Ball kommt zu Ulich, der an dem letzten Mann in Form von Bürger vorbeimarschieren kann. Ulich schiesst allein vor herauseilenden Henzler aus 16 Metern aufs Tor und Henzler kann den Ball mit dem Fuss abwehren. Nun wurde mal wieder Baris eingewechselt, für ihn musste Berre vom Platz und durfte schon mal heiss duschen.

Dann gab es noch zwei kuriose Szenen. In einem Zweikampf am Sechzehner wird der Ball von einem Gladbacher per Fuss zu Stiel zurückgespielt, der den Ball mit den Händen aufnahm. Schiedsrichter Strampe liess trotz Protesten der St. Paulianer weiterspielen. Und kurz vor Schluss stützte sich ein Gladbacher Abwehrspieler im Sechzehnmeterraum eindeutig bei Rath auf brachte ihn somit zu Fall. Da hätte man auch Elfmeter geben können, denn so wurde eine gute Chance verhindert.

Alles in allem war es durch die Wetterverhältnisse und das Fallrückziehertor ein Spiel, an das man sich wohl noch lange errinnern wird. Ein Punkt ist allerdings ein bisschen zu wenig aus einem so wichtigen Spiel ...

Thesie