So, heute gibt es mal einen Auszug aus dem kicker online Spielbericht verfeinert mit ein paar Anmerkungen meinerseits:
FC St. Pauli - Energie Cottbus
Trainer: Demuth 4:0 (1:0)
Trainer: Geyer
Erste Bundesliga
2001/02
10. Spieltag
Spielanalyse
FC St. Pauli: Bulat - Stanislawski - Amadou, Gibbs - Kientz, Bürger - Bajramovic, Rahn - Meggle - Marcao, Patschinski - Trainer: Demuth
Energie Cottbus: Piplica - Sebök - da Silva, Mátyus - Thielemann - Reghecampf, Termina, Kobylanski - Miriuta - Helbig, Topic - Trainer: Geyer
Tore: 1:0 Patschinski (3., Rechtsschuss, Vorarbeit Meggle), 2:0 Kaluzny (52., Eigentor, Rechtsschuss), 3:0 Patschinski (55., Rechtsschuss, Meggle), 4:0 Meggle (75., Rechtsschuss)
Eingewechselt: 46. Rath für Bürger, 64. Konetzke für Patschinski, 71. Inceman für Marcao - 51. Kaluzny für Thielemann, 51. Brasilia für Reghecampf, 81. Hujdurovic für Topic
Schiedsrichter: Koop
Zuschauer: 19617 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karten: Termina (30.)
Gelbe Karten: Inceman - Thielemann, Helbig
Spielbericht
Nach weit über 11.000 Spielen in der Fußball-Bundesliga kam es am Hamburger Millerntor zu einem Novum. Im, mit 20.735 Zuschauern ausverkauften, Stadion des FC St. Pauli fand erstmals die Partie St. Pauli gegen Cottbus statt. Gegenüber dem 2:2 am letzten Spieltag in Freiburg wechselte St. Pauli-Trainer Dietmar Demuth nur auf einer Position. Für Baris im Mittelfeld kam mit Patschinski ein weiterer Stürmer in die Mannschaft. Energie-Trainer Eduard Geyer veränderte im Gegensatz zur 2:3 Heimniederlage letzte Woche gegen Leverkusen seine Defensivabteilung grundlegend. Für Manndecker Hujdurovic bekam Matyus eine Chance. Im defensiven Mittelfeld mussten Akrapovic und Scherbe ihren Platz räumen. Für sie kamen Thielemann und Termina ins Team. Im Sturm wurde Labak durch Topic ersetzt.
Von Anfang an bestimmte der FC St. Pauli die Partie und ging bereits mit der ersten echten Torchance in Führung. Aus einem Freistoß für Cottbus, den Miriuta hoch in den Strafraum hob, entwickelte sich ein schneller Konter über Meggle.
( TeTie: Das stimmt so leider nicht ganz, denn es war Rahn, der den Pass in die Spitze gab !!! )
Der spielte mit einem Traumpass in die Tiefe Patschinski frei, der seinen Gegenspieler mit einer Körperdrehung stehen ließ. Völlig alleine lief Patschinski auf Piplica zu und ließ dem Cottbuser Torhüter aus zwölf Metern keine Chance. In der Folgezeit behielt St. Pauli das Tempo bei und spielte sich weitere gute Torchancen heraus. Doch Meggle und Patschinski verstanden es nicht, aus den Gelegenheiten Kapital zu schlagen. Cottbus war während der ersten Hälfte völlig von der Rolle. Miriuta versuchte zwar Ordnung ins Spiel zu bringen, doch blieben Cottbuser Angriffe meist nur Stückwerk. So dauerte es bis zur 38. Minute, ehe St. Pauli-Torwart Bulat bei einem Distanzschuss von Miriuta erstmals eingreifen musste. In der Defensive offenbarten die Lausitzer ungewohnte Probleme und versuchten mit viel Härte den St. Pauli -Sturm in Schach zu halten. Doch Schiedsrichter Koop griff entschieden durch und schickte bereits in der 30. Minute Termina nach wiederholtem Foulspiel mit der Gelb-Roten Karte vom Platz.
( TeTie: Man kann nicht sagen, dass der Schiedsrichter entschieden durchgriff. Die Cottbusser hatten insgesamt Glück nur wenige Karten zu bekommen. Jochen Kientz wurde z.B. wieder ein mal erst von einem Gegenspieler gefoult und dann von einem anderen rüde zu Boden gestossen. Es bekam aber nur einer eine gelbe Karte. )
So mussten sich beide Mannschaften beim Gang in die Pause ärgern. Cottbus wegen einer unterirdisch schlechten Leistung und St. Pauli wegen vieler ausgelassener Torchancen.
Mit Rath für Bürger verstärkte St. Pauli-Trainer Dietmar Demuth nach der Pause weiter die Offensive, während Eduard Geyer mit Brasilia für Thielemann und Kaluzny für Reghecampf trotz Unterzahl ebenfalls auf mehr Offensive setzte. Dietmar Demuths Wechsel sollte sich schnell auszahlen. Amadou eroberte den Ball in der eigenen Hälfte und schickte Rath über die rechte Seite. Der ließ die Cottbuser Verteidiger stehen wie Slalomstangen und legte den Ball von der Torauslinie zurück zu Patschinski. Der traf den Ball zwar nicht richtig, doch den Querschläger beförderte der eben eingewechselte Kaluzny ins eigene Netz. Kaum hatten sich die Cottbuser von diesem Schock erholt, schlugen die Hamburger wieder zu. Meggle konnte, wieder auf der rechten Seite, mit dem Ball am Fuß bis kurz vor Torwart Piplica spazieren. Anstatt selbst zu vollenden legte er den Ball fünf Meter vor dem Cottbuser Tor quer auf Patschinski, der, völlig ungedeckt, keine Probleme hatte, den Ball ins leere Tor zu schieben. In der Folgezeit schaltete St. Pauli einen Gang zurück. Cottbus kam mit einigen zaghaften Angriffsbemühungen immerhin zu zwei guten Torchancen, die jeweils von Helbig vergeben wurden. In der 75. Minute folgte dann der endgültige k.o. für die Lausitzer. Konetzke überlief auf der linken Seite die gesamte Cottbuser Deckung und flankte flach in die Mitte. Meggle stand mutterseelenallein in der Nähe des Elfmeterpunktes und ließ dem bedauernswerten Piplica im Cottbuser Tor keine Chance. Ohne Probleme brachte St. Pauli in der letzten Viertelstunde den Sieg nach Hause, ohne dass Cottbus, wie schon während des gesamten Spiels, sich nennenswert wehrte.
St. Pauli feiert damit in glänzender Manier seinen ersten Saisonsieg, während Energie-Trainer Eduard Geyer wohl viel Ursachenforschung für eine in jeder Hinsicht katastrophale Leistung seiner Mannschaft betreiben muss.
( TeTie: Dem gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Ich muss sagen es war ein Heidenspass an diesem Samstag. Das die Cottbusser so schlecht spielen würden, damit hatte wohl niemand gerechnet. Der Sieg unseres FC St. Pauli war in keiner Phase des Spieles auch nur annähernd gefährdet. Die Jungens konnten munter ihr Spiel aufziehen und kombinieren bis in den Fünfmeterraum der Cottbusser. Eigentlich hätte der Sieg noch höher ausfallen müssen, aber Vier zu Null ist ja auch kein schlechter Anfang für den ersten Heimsieg der Saison... Ich hoffe, dass sich nun die Diskussionen um die Manschaft und den Trainer in den Medien wieder ein bisschen entspannen, denn dieses Spiel hat bewiesen, dass Potential im Team steckt. )