Man war das knapp ...
So, nach dem Punkt in Gladbach sollten nun die Millionarios aus Dortmund am Millerntor geärgert werden. Für Dortmund wurde nach ein paar nicht gewonnenen Spielen kurzfristig noch ein Brasillianer verpflichtet. Mal eben 7,5 Millionen für Ewerthon rausgehauen, man hat´s ja schliesslich. Unser wesentlich billigere Samba Stürmer Marcao konnte nach seiner Verletzung endlich auch mal zu einem Einsatz kommen. Für ihn und Kolinger flogen Ali Reza und Trulsen aus dem Gladbach-Team. Amadou mimte den Sonderbewacher für den körperlich wirklich riesigen Koller. Deniz Baris kümmerte sich um Amoroso und schaltete diesen weitgehend aus, obwohl er auf der rechten Seite ein ums andere Mal nicht sehr glücklich aussah. Auf der linken Seite spielten wieder Cory Gibbs und Henning Bürger. Davor stürmte Rath und hinter den Spitzen sollte Meggle für Unruhe in der gegnerischen Hälfte sorgen. Kientz war mal wieder hinten wie vorne im Mittelfeld zu finden. In der ersten Halbzeit zeigte der BVB sein Können und St. Pauli hatte Mühe dagegen zu halten. Immer wieder setzte Rosicky die Spitzen in Szene. Immer wieder kam er an den Ball und bediente die Stürmer. Bulat konnte sich mal wieder ein ums andere Mal auszeichnen. Schon nach zwölf Minuten gingen die Gäste dann auch in Führung. Nach einer Ecke reagiert der Neuzugang Ewerthon am schnellsten und schießt aus der Drehung im Sechzehner aufs Tor. Keine Chance für Bulat. Solch ein Tor kann man kaum verhindern. Nach ca. 30 Minuten Glück für St. Pauli, denn Amoroso trifft aus gut 5 Metern nur den Pfosten. Kurz danach kommt der riesige Koller frei zum Kopfball und macht das Null zu Zwei. Da stimmte die Zuordnung überhaupt nicht. Herr Sammer war aber trotdem nicht zu Frieden mit der Leistung seiner Manschaft. Er schimpfte an der Seitenlinie wie ein Rohrspatz. Motivierend ist das wahrscheinlich nicht gerade (Vielleicht mal ein Lob ???). Nach dem ersten Tor hatte ich befürchtet, dass St. Pauli abgeschossen werden würde.
In der Halbzeit reagierte Demuth und brachte mit Bajramovic und Rahn zwei frische Spieler. Der FC St. Pauli kam nun viel besser ins Spiel. Rahn klebte immer wieder an der linken Seitenlinie und zog das Spiel somit schön in die Breite. Bajramovic kam für Baris ins Spiel und setzte dort Akzente nach vorne. Beim BVB lagen die Nerven nun blank. Nach einem rüden Foul von Metzelder an Meggle wurde der stehende Kientz vom heranlaufenden Evanilsson umgestossen. Sammer kam aufs Spielfeld und wollte seine Spieler vor noch mehr Dummheiten bewahren in dem er Evanilsson zurückschubste. Der überforderte Schiedsrichter gab daraufhin Metzelder und Evanilsson jeweils die gelbe Karte. Wahrscheinlich gewährte der Schiedsrichter mal wieder einen Promi-Bonus. Würde ein Kiez-Kicker einen Millionario brutal umschubsen, bekäme er sehr wahrscheinlich die Rote Karte für eine Tätlichkeit, ein Brasilianer bekommt für so etwas eben nur gelb. Herr Sammer musste dann von Ordnern umzingelt in den Gästeblock geführt werden. Ach ja, noch mal an alle, die versuchten ihn mit ihrem Bier samt Bierbecher zu treffen. BIER IST ZUM TRINKEN DA !!! NICHT ZUM WERFEN !!! Auch wenn man damit niemandem verletzen kann, dass muss wirklich nicht sein. Jetzt aber wieder zum Spiel.
Kientz feuerte die Gegengerade an, und die Stimmung vom Platz schwappte auf die Ränge über. Das Publikum stand nun absolut hinter der Manschaft. Kientz schaltete sich jetzt mehr in die Vorwärtsbewegung mit ein. Doch plötzlich bekam Dortmund in der 76. Minute die Chance den Sack zu zumachen, denn Bürger brachte Dede im Strafraum zu Fall. Den Elfmeter verschoss Koller dann aber wirklich wunderschön. Herrlich. Schiesst Geld doch keine Tore ?? Kurz darauf konnte man dann endlich mal wieder zu Song 2 von Blur abfeiern, denn Meggle setzte sich nach einem Doppelpass mit Kientz gegen 2-3 Dortmunder durch und liess Lehmann mit einem satten Linksschuss keine Chance. Ich gönne Meggle das Tor wirklich, da er in der letzten Zeit ein ums andere Mal kritisiert wurde. Jetzt spielte nur noch die Heimmanschaft. Man spürte, dass da noch was gehen könnte. Bei St. Pauli kam Adamu für Marcao ins Spiel, denn Stanislawski hielt nun nichts mehr hinten. Bei Dortmund durfte Amoroso früher duschen. Und tatsächlich hatte St. Pauli in der 82. Minute durch Bajramovic eine dicke Chance auf den Ausgleich. Mit einem wunderschönen flachen Schuss aus ca. 30 Metern, den Lehmann gerade noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenken konnte. Tja, pech gehabt. War aber trotzdem ein schönes Spiel. Wenn die Jungens weiter solch Leistungen bringen, dann werden sie sich sicher noch einige Punkte klauen können. In letzter Zeit verstehe ich Didi´s Aufstellungen und Einwechselungen leider nicht immer. Vielleicht kann mir da mal jemand auf die Sprünge helfen...
TeTie, Barmbek, 2001-10-01