Als letztes stirbt ... die Hoffnung ...
Mannoman werden wir zur Zeit vom Wetter verwöhnt. So schön war es schon lange nicht mehr, wie an diesem Wochenende. Hafengeburtstag und das letzte Heimspiel für unser St. Pauli mit anschliessender Party auf dem Kiez standen an. Und natürlich die Möglichkeit, fast alles, für den Aufstieg im ausverkauften Millerntorstadion klarzumachen. Man malte sich also so seine Picassos zusammen, wie das denn werden würde ...
Die Vorraussetzungen für einen schönen Sonntagnachmittagkick konnten eigentlich kaum besser sein. Orson ward sogar schon gegen zwölf in der Nähe der Kampfbahn gesichtet, unser Bürgermeister wurde extra aus Norwegen eingeflogen und selbst Kai-Uwe und Tante Horst fanden mal wieder den Weg zur Gegengeraden bzw. Nordkurve. Obwohl ausverkauft, hatte man heute recht viel Platz, doch mussten wir uns mit etwas weiter unten gelegenen Plätzen begnügen. Die einzige Veränderung im Kader war, dass Ahlf für den gelbgesperrten Scheinhardt ins Spiel gekommen war. Noch bevor das Spiel anfing statteten die recht zahlreich vertretenen Ordnungshüter den Hannoveraner einen Besuch ab, da diese einiges an Rauchbomben abfackelten. Zu härtereren Massnahmen musste aber nicht gegriffen werden ( hab zumindest nichts gesehen ). Im Stadion hingen einige Transparenten mit der Aufschrift " Danke " ( bzw. muchas gracias, ... ). Dieses Danke galt dem Verein, dem Trainer und natürlich den Spielern, die uns dieses Jahr so viel Freude bereitet haben. Vom Absteiger Nummer 1 der Kritiker zum Aufstiegskandidaten Nummer 3, wer hätte das erwartet ??? Ich denke damit konnte niemand vor der Saison rechnen.
Das Spiel konnte nun endlich losgehen. In der Anfangsphase waren beide Teams ziemlich ebenbürtig. Pauli hatte das Spiel eigentlich gut im Griff, da spielt in der 14. Minute Bürger den Ball zurück zum Torwart. Ein Hannoveraner kommt angelaufen, Weber versucht ihn mit einem Haken auszuspielen, doch der Hannoveraner Schäfer hat den Fuß dazwischen. Der Ball kullert Richtung Tor zu, Weber kommt nicht mehr an den Ball und mit mal ist er im Tor. Man glaubte seinen Augen nicht. Man war das ein dummes Ding !! So was darf natürlich nicht passieren, aber es passirt nun mal. Schlimmer war, dass nach diesem Tor mehr Unruhe in das Spiel von St. Pauli kam. Nach ca. 30 Minuten spielt Ahlf ohne Fremdeinwirkung den Ball zu einem Hannoveraner, der marschiert mit dem Ball an der linken Seite ab. Trulsen rennt hinterher, kommt aber nicht mehr dran. Der Hannoveraner flankt auf den freistehenden Jiri Kaufmann im sechzehner, der aufs Tor abzieht. Weber kann die Arme nicht rechtzeitig hoch bekommen und der Ball ist wieder hinter der Torauslinie. Super. Der Rest der ersten Halbzeit liess dann nicht wirklich erkennen, dass man zurecht oben in der Tabelle steht ( wie auch bei den Spielen in Mainz und Aachen ). Eine Chance möchte ich dann aber doch noch ansprechen. Marcel Rath hatte den Ball am sechzehner und wollte aufs Tor schiessen, doch Amadou hielt mit gestrecktem Bein von oben drauf. Für mich unverständlich, warum es keine farbige Karte von dem ansonsten ganz guten Schiedsrichter zu sehen bekam. Zum Glück war erst mal Halbzeitpause.
Dietmar Demuth musste in der Kabine wohl die passenden Worte gefunden haben, denn nach dem Wechsel spielte St. Pauli viel besser auf. Von nun an gaben die Platzherren den Ton an, trotz zunächst unveränderter Aufstellung. Chance auf Chance wurde nun von dem Hannoveraner Torhüter Sievers und seinen Vorderleuten vereitelt. Doch in der 61. Minute war Stanislawsi mit nach vorne gekommen. Er bekam den Ball am rechten Ende des Sechzehners, hatte Zeit sich den Ball zurechtzulegen und schoss genau an den linken Innenpfodsten. Endlich, der Anschlusstreffer war gefallen. Da war nichts dran zu halten gewesen für Sievers. Unsere Jungens hatten nun Blut geleckt und wollten mehr. Der Trainer wechselte Konetzke für Kolinger und später Klasnic für Patschinsky ein. Hannover stellte sich meist nur noch hinten rein, um dass Ergebnis zu halten. St. Pauli erspielte sich Chance um Chance, doch es war immer noch ein Hannoveraner dazwischen oder Torwart Sievers parierte ein ums andere Mal glänzend. Ausgerechnet Ivan Klasnic war es dann in der 82. Minute doch noch vergönnt den Keeper zum zweiten Mal zu überwinden. Er bekam den Ball nach einem Befreiungsschlag der Hannoveraner im linken Teil des sechzehners und schoß mit links ( zwar ein bisschen verunglückt aber egal ) aus ca. 8 Metern aufs Tor. Sievers flog zwar durch die Luft, doch konnte den Ball nicht erhaschen. Der Ausgleich war geschafft. Kaum einer hatte wohl in der ersten Halbzeit noch daran gedacht wenigstrens einen Punkt zu erkämpfen. St. Pauli versuchte noch einen drauf zu legen, doch es blieb beim Unentschieden. Für viele war es aber fast so wie eine Niederlage, da Mannheim heute gewann und nun nur noch einen Punkt hinter St. Pauli steht. Der Spielverlauf hatte mal wieder etliche Nerven gekostet, so dass uns gar nicht mehr nach feiern zu Mute war. Das Docks war ja auch schon vorher ausverkauft und nach in Aufstiegshoffnungen herumschwelgen war uns allen nicht zu Mute ...
Dann müssen die Jungens halt in Nürnberg gewinnen. Ein Sieg wäre natürlich schön gewesen, denn dann hätte man heute den Sack zugemacht, aber so ist es nun mal. Que se ra, se ra, ...