Die Fangemeinde Intergalactic St. Pauli ist seit dem 19.11.1999 offizieller Fanclub des FC St. Pauli.
Doch warum haben sich die derzeit sieben Mitglieder unserer kleinen Fangemeinde dazu entschlossen, einen Fanclub zu gründen?
Nun, eigentlich, um immer an
Auswärtskarten ran zu kommen ![]()
Aber das ist nur ein Grund. Durch den Fanclub wollten wir uns eine Struktur geben.
Wir nehmen aktiv am Fandasein teil und treten als Gemeinschaft auf. Dazu gehört, dass wir die Heim- und (nach Möglichkeit) die Auswärtsspiele der Profis und Amateure besuchen und an Fanclubturnieren teilnehmen. Einige von uns engagieren sich bei den Passanten, andere gehen zu Fantalks oder sind Mitglied beim FC St. Pauli bzw. AFM. Wir möchten Infos über den Verein oder die Fanszene schnell und direkt über Fanladen oder Fanclubsprecherrat bekommen.
Auf der Mitgliederversammlung am 27.12.02 wurde die Fangemeinde reorganisiert und wir einigten uns auf folgende Grundsätze", die für jedes Mitglied bindend sind.
Jedes Mitglied
- sieht so viele Spiele wie möglich
- unterstützt den FC St. Pauli nach Kräften
- nimmt an den Treffen vor und nach den Heimspielen der Profis teil (Fanladen / Klo Meckerecke)
- antwortet kurz allen emails
- zahlt seinen Fanclubbeitrag (2,50 erm. / 5,00 EUR Vollzahler)
- hasst den FC 42
Die Internetseite wird von allen Mitgliedern betrieben, Webmaster ist Flo.
Fotos knipst hauptsächlich Christian, die Berichte sind namentlich gekennzeichnet.
Bestimmt zum ersten Vorsitzenden und Kassenwart wurde Flo.
Zweite Vorsitzende und Vertreterin im Forum ist Christine.
Gemeindeinterna werden per Newsgroup oder bei den Treffen vor und nach den Heimspielen besprochen.
Wie alles begann...
Die Fangemeinde Intergalactic St.Pauli wurde am 19.11.1999 vor dem Spiel in Hannover unter einigen alkoholischen Einflüssen gegründet.
Doch nun erst mal zu den Anfängen der Fangemeinde. Die Geschichte begann in Lauenburg.
Flo war (abgesehen von Schorsch) wohl der erste von uns, der ein Fußballspiel besuchte. Mit Vater und Bruder ging der damals 9jährige in der Saison 1986/1987 zum DFB-Pokalspiel zwischen dem hsv und dem FC St. Pauli Westkurve Block E, 6:0 für den hsv...
Erst viele Jahre später ging es wieder zum Fußball, doch diesmal mit Vattern ans Millerntor. Es war das Erstligaspiel am 31.03.1990 gegen Eintracht Frankfurt (2:2) mit den legendären Spielern wie André Golke, Volker Ippig, Dirk Zander ect. Seit diesem Spiel nervte er immer wieder seinen Vater, er solle doch nun mal wieder mit ihm zu St. Pauli.
In der Schulzeit war Flo der einzige St.Pauli-Fan seiner Altersgruppe in Lauenburg. Viele aus seiner Klasse waren zwar Fußballfans, sympathisierten aber mit Fußball-Clubs wie Bayern, Werder, HSV, Dortmund. Und dann kam Reiner in Flo´s Klasse. Zunächst gerieten sie immer in Streit, wenn es um Fußball ging. Reiner war Werder-Fan, der ab und an mit seinem Vater ins Weserstadion fuhr und auch schon ein Millertorerlebnis hinter sich hatte. Er hatte ein Auswärtsspiel der Werderaner bei St.Pauli in der Südkurve gesehen und war eigentlich von der Stimmung am Millerntor angetan.
So langsam legte sich der Streit zwischen den Beiden und so beschlossen sie, mal gemeinsam ans Millertor zu fahren. So kratzten sie ihr lausiges Taschengeld zusammen und fuhren mit der HVV Richtung Millerntor. Erstmal Karten gekauft und ab in die Nordkurve. Welches Spiel das damals war, kann keiner mehr sagen. Und so war es zunächst erst vielleicht jedes 4. Spiel welches die beiden sich anschauten, nach einiger Zeit jedes 3. Spiel und so weiter, bis sie zu jedem Heimspiel fuhren.
Es kamen nach und nach mal wieder Leute aus Lauenburg mit, so z. B. Kay-Uwe, der, neu in der Klasse, eines Tages mit einer uralten Dynamo Dresden Mütze überraschte oder auch Rudi, der mittlerweile Schornsteine irgendwo im Harz fegt. Doch zunächst waren halt nur Reiner und Flo regelmäßig anwesend.
Die erste Saisonkarte kauften sich Flo und Reiner für die Zweitligasaison nach dem Abstieg aus der Bundesliga 1991/1992, als die Liga nach Nord und Süd aufgeteilt wurde. Wir wurden am Ende der Saison vierter. Und damals waren wir noch enttäuscht! Was waren das noch für Zeiten, als man sich über einen 4. Platz in der 2. Liga geärgert hat....
Zwei Jahre später wechselten die beiden von Nordkurve in die Gegengerade.
Durch eine verlorene Wette mit Reiner kam Christine ans Millerntor. Zuvor hat sie sich nie für Fußball interessiert und kannte außer Bayern und den HSV keine Mannschaften und außer Rudi Völler und Pierre Litbarski auch keine Spieler. Dass es eine 2. Bundesliga gibt, war ihr unbekannt, ebenso, wann es wie viele Punkte gibt und dass es Auf- und Absteiger gibt. Kurz: Fußball war völlig neu für sie. Doch am Millerntor fühlte sie sich vom ersten Augenblick an wie zu Hause. Schon nach dem ersten Spiel (übrigens im November gegen Fortuna Köln) war sie infiziert und pilgert seitdem alle zwei Wochen zum Heiligengeistfeld und fährt ab und an auch mal auswärts mit. Dank ihr wurde immer häufiger die komfortablere Anreise mit dem Auto gewählt. Bei einem der Auswärtsspiele des Jahres 1999 (Fortuna Köln), wurde überlegt, doch langsam mal ein Transparent für die zu machen. Kaum gedacht wurde es auch schon gemacht. Flo stellte das Transparent schließlich wenige Wochen später vor. Es war vor der Abfahrt zum Spiel bei Hannover 96. Von nun an hatte auch unsere Fangemeinde einen Namen:
"Fangemeinde Intergalactic St.Pauli".
Nach und nach konnte auch Christine einige ihrer Klassenkameraden für St. Pauli begeistern, so den Bürgermeister Darko oder Snake und Thesie, sodass die Fangemeinde im Laufe der Zeit inclusive Geschwister (Hoschi, Inga) und Freunde (Kay-Uwe, Rudi, Orson) auf 11 Mitglieder anwuchs.
Thesie schlich sich seit der Zweitligasaison 1999/2000 immer öfter ins Stadion, und das obwohl unsere Kicker eine der schlechtesten Saisons seit Jahren spielten. Eines Tages, es war irgendein Nachmittagsspiel am Sonntag gegen Ende der Saison, wurde Thesie dann auch mal ganz alleine dort gesichtet. Wir beschlossen, dass es angebracht wäre, ihn in die Gemeinde aufzunehmen.
Inga wurde einstimmig am 10.09.2000 als 11. Mitglied vor dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers in unserem Clubheim am Millerntor bei einem leckeren Holsten-Pilsener in die Gemeinde aufgenommen. Inga ist im übrigen die Schwester des Vorsitzenden der Fangemeinde.
Auf dieser Sitzung wurde beschlossen, dass eine Gemeindekasse eingerichtet wird, die Reiner betreut. Außerdem wollten wir uns vor den Heimspielen im Clubheim treffen.
Im Bundesligajahr hatte nicht jeder das Glück (oder Geld) für eine Dauerkarte, sodass einige Nasen immer seltener am Millerntor gesichtet wurden. Orson und Rudi verfolgen unsere Helden aus der Ferne, aber dafür haben wir auch neue Mitglieder aufgenommen.
Marie-Ann wurde die Mitgliedschaft beim Abschiedsspiel vom Tier im Tor angeboten, und selbstverständlich hat sie angenommen. Christian haben wir Anfang der Saison kennen gelernt (mehr oder weniger über das Forum und über Ana drinks dog piss Konzerte). Er hatte keine feste Bezugsgruppe mehr am Millerntor und schloss sich uns an. Auf einem der berüchtigten "Sit-ins" bei dem Feinschmeckerrestaurant Mc Donald´s im Dezember 2001 wurde er als das 13. Gemeindemitglied aufgenommen. Er ist bekennender Antialkoholiker. Schorsch kennen einige Gemeindemitglieder schon seit frühester Jugend und behaupten, dass ohne ihn niemand von uns Sankt Paulianer wäre (was genau genommen wohl auch stimmt). Er ist selbstverständlich unser Ehrenmitglied (auch wenn er gern mal fremdgeht" bei den roten Teufeln..., liegt aber auch daran, dass seine Frau in Kaiserslautern wohnt und wegen seines mehr oder weniger Wochenendehelebens nicht jedes St. Pauli-Spiel sehen kann und dann halt da hin MUSS). Aber lassen wir ihn doch selbst über seine Lebensgeschichte mit und über den Fußball sprechen:
"Hallo, seid gegrüßt, ich bin Schorsch, neues Mitglied im Fanclub, ich freue mich, dabei sein zu dürfen, und ich möchte mich Euch vorstellen
Ab dem zarten Alter von etwa 6 Jahren nahm mein Vater mich zu den verschiedensten Sportveranstaltungen mit (die einzige Freude, die einem damals vergönnt war). Wir wohnten zu der Zeit in Duisburg, und so kam ich - neben eher langweiligen Ruder-Regatten auf der Wedau und dafür umso heißeren Radrenn-Spektakeln auf der Freiluft-Rennpiste (ich sage nur - Steher-Rennen!) - irgendwann auch ins Wedau-Stadion zum Duisburger Spielverein, abgekürzt DSV, eine der Top-Adressen in der damaligen Oberliga West, der höchsten Spielklasse im Vertrags-Fussball. Der DSV wurde zugrunde gewirtschaftet, die Nachfolgetruppe namens Eintracht Duisburg dümpelt heute in der Kreisklasse vor sich hin ...
Den ersten "hautnahen" St. Pauli-Kontakt hatte ich im Jahr 1974, Winter, tiefer Schnee - St. Pauli lieferte ein Freundschaftsspiel bei der Lauenburger SV ab und traf ca. 12 - 14 mal ins Tor der tapfer kämpfenden Elbestädter ... Später folgte eines der bittersten Kapitel St. Pauli-Geschichte, Zwangsabstieg in die dritte Liga. In der damaligen Oberliga musste u.a. auch in Wilschenbruch angetreten werden, der seinerzeit beileibe nicht schlechte LSK sah kein Land, kam nicht über die Mittellinie hinaus und wurde auf eigenem Platz mit 7:0 abgeledert! Weshalb Lorko trotzdem an der Linie den Flummie machte, wird ein Geheimnis bleiben ...
Endgültig kam ich 1983 zum FC St. Pauli. Sommer, wolkenlos blauer Himmel, Dom, ein Sonntag im Juli oder August und ich streifte eher rein zufällig am Millerntor rum, und zwecks Totschlagens der Zeit kaufte ich mir ein Ticket, für die Haupttribüne! Ausgerechnet! Es ging gegen Rot-Weiß Oberhausen, bei denen spielte Manni Burgsmüller mit, der zuvor beim BVB aussortiert worden war und hernach von Otto Rehagel nach Bremen geholt wurde und dort im fortgeschrittenen Alter nochmals ganz groß rauskam! Noch ehe das Riesenrad die erste Nachmittags-Fahrt beendet hatte, stand es 2:0 für St. Pauli, das Spiel wurde locker mit 5:2 eingefahren, und ich entsinne mich, dass mich insbesondere Stefan Studer als effektiver Abwehrspieler mit seinen eminent gefährlichen Vorstößen auf der linken Außenbahn stark beeindruckt hatte! Und natürlich die unglaubliche Stimmung auf den Rängen (die Gegentribüne existierte noch nicht). Und noch etwas machte mich -natürlich- "glücklich", und ich dachte, kann ja wohl nicht angehen, war aber so - auf der Haupttribüne wurde doch tatsächlich das Bier auf den Rängen serviert, und beileibe nicht nur im Kuchenblock!
Tja, an diesem für mich fußballerisch denkwürdigen Sonntag begann sich etwas zu entwickeln, dem ich mich nicht mehr widersetzen konnte, und auch nicht wollte - ich stellte fest, dass mein Fußballherz mehr und mehr an St. Pauli hing, und immer regelmäßiger besuchte ich die Heimspiele des Vereins. Irgendwann wurd' ich Mitglied und stieg auch auf Dauerkarten um (ich war es leid, mitunter montags frühmorgens nach Hamburg zu fahren, und ein paar Stunden vor dem Container für das nächste Heimspiel anzustehen), wenn ich es richtig sehe, habe ich gerade die siebte Dauerkarte zu den Akten gelegt.
Auch wenn wir just abgestiegen sind, es wird wieder aufwärts gehen!
WALK ON sagt Schorsch"
Mit mittlerweile 14 Mitgliedern gehörten wir nicht mehr zu den Minifanclubs und etablierten uns langsam. Viele Bekanntschaften mit anderen Fanclubs (BWU, 42, Feuchte Biber, Westbrigade, Blödes Volk... um nur einige zu nennen) bestehen, nicht zuletzt durch die Auswärtsfahrten quer durch die Republik und Europa und das Forum entstanden.
Das Interesse am Fanclub ließ bei einigen Mitgliedern im letzten Jahr stark nach. Eingespannt durch Beruf oder Studium, abgehalten durch Umzug oder andere Hobbys stellte sich den aktiveren die Frage nach dem Sinn unseres Fanclubs. Auswärts fuhren nur noch 2-3 Leutchen mit und selbst zu Hause waren selten mehr als 7-8 Mitglieder anzutreffen. Das generelle Interesse am Fußball und am Fanclub hatte bei einigen nachgelassen. Auf einer Fangemeinde-Sitzung am 27.12.02 wurde dann die Reorganisation des Fanclubs und eine Satzung beschlossen. Seit diesem Tag besteht die Fangemeinde Intergalactic St. Pauli nur noch aus sieben Mitgliedern, die sich alle durch relative Aktivität auszeichnen. Sechs von uns sind Mitglied beim FC St. Pauli / AFM, zwei engagieren sich bei den Passanten. Wir fahren nach Möglichkeit auswärts mit, unterstützen die Amateure, besuchen Fanveranstaltungen und die JHV und nehmen an Fanclubturnieren teil.
Zu finden sind wir zwei Stunden vor dem Spiel im Fanladen oder vor dem AFM Container und nach dem Spiel vor dem Klo in der Meckerecke. Im Stadion stehen wir auf der Gegengerade irgendwo zwischen Mittellinie und Meckerecke.