Ohne Saufaus ist hier gar nix los!

Reutlingen auf einem Sonntag musste ja nun wirklich nicht sein, zumal die Amateure in der Nähe (von Kiel) in Neumünster spielten.

Also fuhr ich mit insgesamt fünf Blövos plus Anhang, die wir allesamt auf einer Party am Vorabend überzeugt hatten, mit durchwachsenen Gefühlen Richtung Neumünster, war es dort doch in vergangenen Tagen immer etwas ungemütlich gewesen. Vor allem letztes Jahr gab es direkt am Bahnhof noch reichlich Ärger.

Um halb zwei hatten wir die Spielstätte erreicht. Das Umfeld erinnerte mich irgendwie an den Volkspark. Viel Wald, eine einzige Straße, in der Nähe ein Tierpark.

Mit dem Auto fuhren wir direkt in das Stadion hinein!

13 EUR reichten für ein Auto, einen Vollzahler, eine Frau und einen Studenten (ja, auch hier gibt’s Frauenrabatt). Timo übernahm die Tickets (vielen Dank dafür!). Hinter der Tribüne, wo sonst trainiert wird, war ein Parkplatz eingerichtet, der um diese Uhrzeit noch reichlich Auswahl bot. Wir stiegen aus und kletterten auf die begrünte Tribüne. (siehe Fotos bei www.bloedesvolk.de) Und staunten. Außer den Polizisten, die es sich unweit auf einer Bank bequem gemacht hatten, erblickten wir etwa 20 Neumünsteraner in voller Montur und noch ein paar Einzelpersonen. Andy war erstaunt, standen die doch sonst immer auf der Tribüne gegenüber...

Nach und nach füllte sich das Stadion dann doch noch. USP erschien mit etwa 25 Leuten, die Hotzenplotzcrew war zwar in Sparbesetzung, dafür aber mit Transpi vor Ort, die Aktion Süd nur zu viert, aber drei mit Doppelhaltern und noch allerhand andere mehr oder weniger bekannte Gesichter. Fanladen Katrin hatte die Jungs und Mädels begleitet. Wir machten es und also auf der gleichen Geraden wir die Einheimischen gemütlich. An vorderster Front (sprich direkt neben den Neumünster Anhängern) standen die Skinheads, die zahlreich zugegen waren.

Ob es nun am ungewohnten Zuschauerandrang so kurz vor Spielbeginn lag (immerhin 1422 Leute wollten den Kick sehen) oder woran auch immer, die Partie wurde erst um 10 nach 2 angepfiffen. Bis dahin waren auch die restlichen Kieler Blövos eingetrudelt. Ein Anruf von Blövo Theo rief Erstaunen hervor: er war in Reutlingen! Schnell wurde geklärt, dass wir uns aber in Neumünster befanden und der gute Theo um Ergebnisdienst gebeten.

Andy nahm wieder an Hassos Tippspiel teil und setzte auf einen 2:1 Sieg der Amateure.

Das Spiel begann munter und schnell stellte sich heraus, dass St. Pauli klar besser war. Wieder waren uns eindrucksvolle Tore beschieden. Schon nach 7 Minuten stand es 1:0 für unsere Amateure. Die Neumünsteraner hielten dagegen, erzielten aber nur ein Abseitstor. Ein Heber eines St. Pauli Spielers, der dann noch Volley von einem Mitspieler in die Maschen gedroschen wurde, markierte das 2:0. Ein Traumtor! Dann wieder der VFR. Wieder Abseits. Noch vor der Halbzeit stand es 3:0 für St. Pauli, Andys Tipp war somit hinfällig. Und dass, wo der Pott doch so groß war, lag in Altenholz doch keiner richtig...

Nach der Pause sank das Niveau der Partie drastisch. St. Pauli gurkte sich einen zurecht, dazu kam noch das 0:1 aus Reutlingen. Gut, dass wir schon 3:0 führten... Neumünster dagegen hellwach, doch wieder Abseits. St. Pauli gelang dann nach einigen katastrophalen Szenen vor dem Tor das 4:0. Nachdem ein St. Pauli Spieler einen Neumünsteraner im Strafraum foulte, gab’s Elfmeter. Nur noch 4:1. Kurz vor dem Abpfiff zappelte der Ball erneut in St. Paulis Kasten, doch wieder wurde der Treffer für den VFR nicht gegeben. Uns war’s wurscht. Wieder gewonnen! Ungeschlagen! Immer noch Tabellenführer! Wieder eine Welle!

Nach Spielende trennte die Polizei die Fans voneinander und geleitete die St. Paulianer zügig aus dem Stadion. Wir setzten uns ins Auto und reihten uns in die Schlange ein, die sich quer durch den Wald zur Hauptstraße zog... Da wir auch nach einiger Zeit noch nicht wirklich vorwärts gekommen waren, fuhren wir in die entgegengesetzte Richtung und entgingen so dem Stau.

Nach einer Portion leckerer Pommes im Imbiss fuhren wir zurück nach Kiel.

Bis zu dem Zeitpunkt, bis zu dem wir im Stadion waren, konnten wir keinerlei Streitereien ausmachen. Auch nach dem Spiel blieb es in Stadionnähe ruhig. Was noch am Bahnhof abging, oder ob es vielleicht ruhig geblieben ist, werden wir wohl noch erfahren...

Auf jeden Fall hat der Ausflug sich wohl mehr gelohnt, als der nach Reutlingen, aber die Berichte kommen ja noch.

Christine