Auf nach Flensburg oder....

.... scheiß Nazikneipe

Es naht das Wochenende, und was macht man denn? Richtig! Zum Fussball fahren. Diesmal wurde das nördlichste aller Städte angepeilt, nämlich Flensburg. Dort sollten unsere Amateure ihr Gastspiel geben. Nur wie hinkommen? Richtig! Mit den Thiess Adventure Reisen, ähm Thiess? NEIN, es wurden die Sportreisen angeheuert, mit denen wir bisher nur gute Erfahrungen hatten. Organisator war Hossa, der einen 34 (?) Mann Bus bestellt hatte, vielen Dank von meiner Seite dafür. Es ging also um 10 Uhr am Clubheim los, was für mich Lauenburger mal wieder frühes Aufstehen bedeutete, nur leider fiel mein Wecker in der Nacht aus und ich wachte viel zu spät auf, was hieß, daß ich ohne Kaffee schnell unter die Dusche musste, aber im Endeffekt habe ich noch alles pünklich geschafft. Dann die nächste Frage, was wollen wir trinken (sieben Tage lang)? Netzer besorgte einen Flensburger Kasten, passte irgendwie zu diesem Ausflug, ich musste 10 Euro dazu zahlen, bekam aber dafür das schon fast legendäre Loipersdorf Trikot, auch hierfür einen herzlichen Dank.

Wie gesagt, ich war pünklich am Clubheim und man sah wieder einmal die üblichen Verdächtigen einer Auswärtstour, der Fanchaotenbauftragte war diesmal als normaler Fanreisende anwesend, eine andere Person sagte ihren Karnevalstermin ab und und und. Es ging also pünklich los, und bevor ich ein Bier öffnen konnte, wurde ich von einem gewissen Herren (fast) dafür gehauen, dass ich Eat the Rich scheisse fand. Die Fahrt verlief ansonsten feucht fröhlich und vor allem ohne Panne oder ähnliches, war halt nicht Thiess Adventures. In Flensburg angekommen suchten wir natürlich als erstes eine Kneipe, nur haben die meisten zu dieser Zeit noch garnicht aufgehabt, eine Kneipe sollte zwar erst um 15 Uhr aufmachen, jedoch war die Tür geöffnet und schon war die Kneipe besetzt. Die junge Dame hinterm Tresen guckte irgendwie verblüfft und am Anfang war ein wenig Chaos, jedoch hat sie mit ihrer ruhigen Art alles schnell im Griff gehabt. 2 Flens bitte!!! Und noch eine Runde Mövenschiss, mmmhh, lecker Zeug. Kurz noch unseren Kassenwart angerufen und ihm erklärt, daß es bisher eine saugeile und lustige Fahrt mit netten Leuten war, eine kleine Trauerträne floss von ihm aus meinem Handy. Dann meinte Heiko, er hätte eine urige Kneipe gefunden, noch schnell das zweite Flens ausgetrunken und los gings. Dort angekommen natürlich: 2 Flens bitte!!!! Netzer und ich gingen in die oberste Etage und steckten zunächst 2 Euro für den Mukkeautomaten rein, um endlos viele Stones Lieder anzuklicken. Danach bemerkten wir die richtig asigen Bilder von weiblichen Geschlechtsteilen an der Wand, das erste off für diesen Schuppen. Als ich vonne Toilette kam, waren plötzlich alle verschwunden, aber wohin? Kurz umgeschaut wusste ich auch warum, hinterm Tresen hing ein Schild mit Hakenkreuz, unfassbar, das zweite kilometerdicke OFF, schnell die Buddel in die Hand und weg da. Da die Zeit der Öffnung des flensburger Clubheims erreicht war nahmen wir den Weg dorthin. Auf der Terasse war der Ausblick auf das Spielfeld wirklich großartig und wir beschlossen, einfach von hier aus das Spiel zu schauen. 2 Flens bitte und einmal Pommes rot/weiss!!!!! Neben uns war noch eine geschlossene Gesellschaft (alle schön in Schlips und Kragen) und auf der anderen Seite war anscheinend die VIP Ecke, getrennt durch einen kleinen Zaun. Das Wetter war saugeil und nur einmal durch einen kleinen Regenschauer gestört.

Irgendwann trafen auch die CD-Ultras ein, die den Zug nach Flensburg bevorzugten. Die örtliche Ultra-Fraktion der Flensburger trudelte auch ein, 2 ganze Leute, der eine schön mit einer Trommel (nochmals, die gehören verboten) und der andere mit einer Flüstertüte. Die Zeit ging zum Spielbeginn hin und die Mannschaften machten sich warm, zu unserer linken Seite war das eigentliche Spielfeld mit einer Stehplatzecke und zur rechten Seite der Platz zum warmmachen. Getrennt durch Absperrband, wie man sie auch von Baustellen her kennt. Als zwei der jungen braun-weissen Tennisfussball über das Absperrband spielen wollten hallte es aus dem Mikro: „Bitte verlassen Sie den A-Platz", nachdem sie aber nicht aufhörten hallte es ernärgischer: „BITTE VERLASSEN SIE DEN A-PLATZ, WENN ICH ES EINMAL SAGE MUSS ES DOCH WOHL REICHEN". Lustig lustig meine Herren. Wat heb wi lacht.

Nun gut, das Spiel begann und CD fingen an zu supporten, aber nicht nur sie, auch wir auf dem Balkon fingen schön an zu singen und fast alles wurde aus der Schublade geholt, von den einfachen Anfeuerungen bis hin zu ganzen Liedern, ach ja: 2 Flens bitte!!!!!! Zur Halbzeit stand es 1:0 für die Flensburger, das Spiel war echt langweilig und ganz unverdient war das Ergebnis auch nicht. Ich lief schnell zum Spielfeld runter um den Netzer zu holen, da wir noch jemanden zum singen brauchten. Der erzählte, dass CD ziemlich davon angepisst waren, dass wir von dem Balkon aus sangen, aber warum nur? Das versteh wirklich wer will. Zweite Halbzeit: 2 Flens bitte!!!!!!! Das Spiel wurde nicht besser und ich fragte mich irgendwann, wie eine Halbzeit so lang sein kann. Also stimmten wir ein minutenlanges Ohhhh Forza Sankt Pauli, Forza Sankt Pauli.. an, einfach herrlich. Als man sich schon mit dem 1:0 abgefunden hatte kam der Ausgleich und wenig später der Siegtreffer, ein wenig glücklich zwar, aber wer fragt da heute noch nach? Die Mannschaft wurde gefeiert und dann taumelten wir (zumindest ich, viel Alkohol und mit nur einer Quarktasche im Magen verträgt sich nicht) zum Reisebus. Immer noch aufgewühlt über diese Nazikneipe gab es nur zwei Möglichkeiten: Stürmen oder Polizei anrufen. Der kühle Kopf hat aber gesiegt und so wurde die örtliche Polizei benachrichtigt, auch auf anraten unseres persönlichen Polizeibeauftragten zu Hause.

Rückfahrt: Weis ich nichts von, ich war einfach zu alkoholisiert. In Hamburg angekommen wurden wir am Jolly rausgelassen. Ein Dank auch von dieser Stelle an den netten Busfahrer. 2 Astra bitte!!!!!!! 2 Astra noch getrunken und dann binn ich wieder nach Hause gefahren, um noch eine Rumkugel unter den Bieren in meiner örtlichen Lokalität zu trinken, die türkische Pizza, die ich mir noch gekauft habe, liegt original eingepackt jetzt neben mir, Teufel Alkohol.

Alles in allem war es ein richtiges Highlight mit vielen kleinen Geschichten am Rande, und jeder der nicht dort war hat etwas verpasst. Ich frage mich gerade, ob es nicht eins der besten Awaytours war, die ich jemals erlebt habe.

Bis demnächst, der Tourer