Einmal (fast) Austria und zurück büdde

Was wurde nicht schon alles im Vorwege dieser Fahrt geredet, man hat ja schon viele Auswärtstouren mitgemacht, aber was uns vorhergesagt wurde sollte dies eine besondere Fahrt werden.....

Um 20 Uhr war Treffen in Altona angesagt, etwas verspätet durch die freundliche Mitnahme der wahren Außerirdischen und deren Begleiter in Form des blöden Volkes kamen wir auch an. Schnell das Ticket von der Capofrau entgegengenommen und anschließend fuchsmäßig die letzten Grundnahrungsmittel in den "Partywagen" gefunzt. Doch was war los hier? Kein Licht?! Gut dachten wir, wird dann wohl gleich kommen, aber nix da. Der "freundliche" Zugbegleiter meinte nur, daß der Lichttest im Hauptbahnhof erfolgen sollte, sollte das nicht klappen nochmal in Hannover, aber er glaubte eher nicht, daß der Partywagen auf der Hinfahrt benutzt werden könne. Doch warum? Batterie war leer, na toll, das war der erste Streich unseres Spitzenunternehmens namens Deutsche Bahn (Unternehmen Zukunft, gute Nacht Deutschland). Und was macht man, wenn die ganzen Bierkästen und sonstige alkoholische Getränke noch nicht verstaut sind? Richtig, man (und Frau) benutzt diese erstmal als Sitzplatz. Ein kleines Bierchen geschnorrt wurde erstmal gesungen in diesem stockdusteren Abteil. Nach ewigen Minuten hatten sich die Augen aber an die Dunkelheit gewöhnt und man konnte die durchmaschierenden Leute vor den auf den Boden stehen Kästen warnen, was leider nicht immer klappte. Mit Sicherheit hatten einige Mitreisende blaue Flecken davongetragen. Doch was nun? Man konnte doch nicht das ganze Getränkegut alleine trinken und die Mitreisenden davon ausschließen! Nach einigen Anrufen sollten zunächst Teelichter geordert werden, doch man entschloß sich den Netzmeister anzurufen. Dieser sollte Taschenlampen mitbringen. Gesagt getan. Nur leider dauerte sein Zustieg noch einige Zeit und man beschloß, einmal durch den Zug zu gehen. Schließlich kamen wir im Abteil 11 an. Netterweise gab uns die örtliche Ultra-Fraktion ein wenig von ihrem Buffet ab, herzlichen Dank an dieser Stelle, hat gut geschmeckt. Zu späterer Zeit habe ich auch noch eine wenig Geld für künftige Aktionen gespendet. Lange Rede kurzer Sinn: Norbert stieg mit Lampen zu, das ganze hat ihn (Moment, kurz nochmal ins Forum schau´n) 230 Euro gekostet. Auf das wir die Kohle irgendwie zusammen bekommen. Nun konnte der Partywagen eröffnet werden. Das hatte schon was für sich, kein Strom aber der Rubel rollte so langsam. Eigentlich hatte ich meine Thekenschicht schon längst hinter mir, aber ich machte einfach weiter, schön wars. Nebenbei hatte jeder Tresen noch einen Kassettenrekorder, so daß auch Musik gespielt werden konnte. Nur leider musste zunächst das Konzert ausfallen..... scheiße. Der zweite Reißer der DB war, daß im Wagen Nr.1 die Heizung nicht ging und sich sicherlich die Leute sonstwas abgefroren haben, wieder ein dickes OFF.

Irgendwann gegen halb 5 konnte ich nicht mehr und wankte zurück in mein Abteil um wenigstens ein wenig Ruhe zu bekommen. Und bevor Ihr mich jetzt anmacht: NEIN, ich habe nicht gekotzt. Was ich im übrigen gestern und heute im Forum gelesen habe ist schon unbegreiflich, die Waggons wurden vollgekotzt, die Toiletten sahen aus wie Sau (das hat mich auch auf der Fahrt geärgert). Nur gut für unsere weibliche Fraktion, daß es für sie extra Toiletten gab. Ich hoffe der Aufruf von unserem Fanbeauftragten hilft und die Schweine (ja, Schweine) werden gefunden, so nicht meine Herren. Unfassbar. In München wurde noch der Partywagen abgekoppelt um ihn zu reparieren.

Es wurde hell: Kaum aufgewacht, schon gab mir Calle ein Bier, bäh, aber beim fünften Schluck schmeckte es wieder. Doch dann erstmal Bierpause. Nee, ich schweife ab. Zurück zum geschehen. Vor Burghausen stieg der SVW-Ordner in den Zug und verteilte einige Buttons: Burghausen grüsst St.Pauli. Man hat schon vorher so einiges von ihm gelesen, er riß sich sozusagen den Arsch für uns auf und organisierte eine Blaskapelle, der Bürgermeister sollte kommen ect. Als wir schließlich Burghausen erreichten konnte ich meinen Augen nicht glauben. Überall (und wirklich überall) grüssten die Menschen aus den Fenstern, vom Balkon aus und aus dem Garten. Ja moi. Es wurde fleißig zurück gewunken, mir tat der Arm schon weh. Am Bahnhof selber rockte die Blaskombo auch gleich los, zudem waren (laut Berichten) ca. 1000 Burghausener am Bahnhof, auch hier ein fröhliches Hallo (oder auch Grüzi ?). Ganz großer Tischtennissport war auch, daß Bürgermeister Hans Steindl ein braunes Trikot mit dem Flock "Bürgermeister" geschenkt bekam, auch der SVW-Ordner bekam zum dank ein Trikot. Nach viel Blasmusik und einer Ansprache der Bürgermeisters (ich hab kein Wort verstanden) trennten sich die Wege der Angereisten, die einen fuhrem mit Hans Steindl zusammen zur Burg, wieder andere nahmen den direkten Weg zum Konzert, und wieder andere gingen ins Clubheim. Ich entschloß mich mit den üblichen Verdächten zum letzteren. Mir ging es zu der Zeit gar nicht gut und nach 1/4 der Currywurst übergab ich mein Essen an Norbert. Aber oh Freude oh Freude, mir ging es nach einem Kännchen Kaffee (oder wie die Bayern sagen ein Faß Kaffe) wieder hervorragend und ich hatte auch nicht mehr meine typischen "Auswärtsrückfahraugen". Also erstmal ein "Pilz" bestellt. Doch dieser Geschmack erinnerte mich doch eher an schleckt gezuckerte Brause. Also fragte ich die Bedienung ob es Lightbier sei, die Antwort kam auch schnell: Ja. Denn die örtliche Polizei hat die Verordnung rausgegeben, daß den Hamburgern nur Lightbier gegeben werden sollte. Das war wohl so auch beim Konzert. Doch komischerweise erfuhr ich noch, daß die heimischen Fans Vollbier bekamen. Die saßen nämlich in einem anderen Raum. Tzz. Also "genossen" wir das Bier und schauten nebenbei noch Tennis, vielmehr war es Tennistraining für Kiddies. Die Capofrau schob mir aus ekel vor dem Bier ihrs unter und ab gings zum Stadion.

Das unvermeitliche, das Spiel über 90 Minuten: Wir gingen nun zu unserer Tribüne. Auf Vorwarung von Pec haben wir Sitzplatzkarten bestellt, und er hatte verdammt nochmal recht. Eine sehr eigenwillige Stehplatztraverne, auf der man wohl kaum etwas gesehen hat. Da wir noch etwas Zeit hatten beschlossen wir, noch ein Getränk zu kaufen. Aber auch hier wieder die Lightbierplürre. Kurz überlegt und dann den "Most" entdeckt. Ich kannte Most bisher nicht (wofür wir auch von den Einheimischen ausgelacht wurden), aber ich sage Euch, eine verdammt leckeres Zeug, auch wenn es sicherlich ein Kopfschmerzvorbereiter ist, aber lecker. Am Platz wieder angekommen trafen wir auch die per Flugzeug angereisten, ein großes Hallo folgte. Neben uns machten sich auch 2 Bayern breit, ich habe zwar nicht viel von seinem Geseier verstanden, aber es wurden email-Adressen ausgetauscht und sich für Hamburg verabredet. @All, da müssen wir auch etwas vorbereiten. Nun gut, 15 Uhr, das Spiel begann. Spiel? Das war eine scheiß erste Halbzeit. Doch der Support war in der ersten Halbzeit klasse, die Ultrafraktion stand direkt hinter uns und die haben viel Alarm gemacht. Es wurde viel Sangesgut rausgeholt, ganz großer Federballsport war sicherlich der Klassiker "Auf der Reeperbahn" mit allen Strophen, doch am besten hat mir gefallen: Wir geh´n nach vorne, wir tun´s, wir geh´n nach hinten, wir tun´s, wir geh´n zur Seite, wir tuuun´s, das ganze noch einmal. Endlich wurde dies mal im Stadion gesungen. Doch färbte es auf unsere Kicker ab? Nö, wie gesagt, scheiß erste Halbzeit.

Zweite Halbzeit: Das Spiel wurde zwar besser, aber Wacker ging leider mit 1:0 in Führung durch einen Sonntagsschuß. Da ich gerade Most holen war sah ich das Tor auf dem Fernseher im mehrfacher Wiederholung und habe mich tierisch geärgert, doch kaum daß ich wieder oben war schoss St.Pauli durch Alex den Ausgleichstreffer. Doch das wars eigentlich schon und mit Glück konnte dieser Punkt gerettet werden. Für mich persönlich kam es einer Niederlage gleich. Wieder das gleiche Bild des Spiels: Die Gegner sind mistig, doch wir sind grundsätzlich noch schlechter. So saß ich nach dem Schlusspfiff dort, habe mir die "Ehrenrunde" der Spieler angeschaut, aber ich konnte und wollte auch nicht die Mannschaft beklatschen. Es war nun auch keiner mehr auf seinen Plätzen, nur ich und noch jemand (Name gebe ich hier nicht bekannt). Ich mit gesenktem Haub und es floß doch die ein odert andere Träne vor dem Untergang des FC Sankt Pauli. Danke auch an den Ordner der uns Mut zusprach. Diskussionsmäßig ging es zurück zum Bahnhof.

Wir beschlossen noch ein Abschiedsbier in Burghausen zu trinken und gingen in die Sportsbar. Doch was erblickten meine müden Augen? Frau mit Kerl und White Power Pullover. Auf die Frage des Kellners, der im übrigen aus der Nähe Bremens stammt, ob er wüsste was das für Typen saßen kam die Antwort: Das ist hier halt so in Bayern. Na danke schön und tschö mit ö.

Pünktlich (!) kam auch der Zug wieder und es ging Richtung (schönste Stadt der Welt) Hamburg. Ich habe mich ein Stündchen erholt und wurde durch eine Völkerwanderung aufgeweckt. Was war los? Der Wagen Nr.1 hat den Geist aufgegeben, die Bremsen waren defekt. Danke DB. Aber lest selber was das für eine scheiße für die Besatzung des 1. Wagens war. Mal sehen was der Fanladen aus der Sache noch macht. Ich freue mich schon mit dem BUS nach Duisburg zu fahren (Mist, da wollte ich doch nie wieder hin, aber egal). Wie dem auch sei, ich machte mich also zum Partywagen auf, der nun ganz vorne hinter Wagen 11 angebracht wurde. Es geschehen noch Wunder, der Wagen hatte Strom. Eigentlich war meine Schicht schon vorbei, aber was soll´s, ich begab mich einfach hinter den Tresen. Die Band baute nun Ihre Instrumente auf und es konnte gerockt werden. Jungs und Du Mädel, das war ganz ganz großer Turnsport, hat viel Spaß gemacht. Es wurde viel Kartoffelsuppe ausgegeben und das Geld floß endlich richtig in die Kassen. Wat heb wi für ein Spass gehabt. Doch nun hatte ich ein ganz schlechtes Gewissen und schob zusätzlich noch 20 Euro in die Kasse. Doch nachdem der Partywagen immer leerer wurde ging ich schließlich auch wieder in mein Abteil, derr Dirty Harry hatte langsam Wirkung gezeigt, ich wollte auch keinem mehr meine nichtvorhandenen Tanzkünste antun.

Und nun der nächste und vorerst letzte Treffer der DB: Wir hatten tierisch Verspätung und kamen (glaube ich) gegen 9 Uhr in Altona an. Geplant war 6.30 Uhr. Was sicherlich für viele Leute zum Problem wurde die am Montag arbeiten wollten. Unsere wahre außerirdische Begleitung war so ein Fall, doch sie kam glücklicherweise 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn an.

So meine lieben Leser, es waren noch viele kleine und lustige Randerscheinungen zu bestaunen, doch wenn ich die alle aufschreibe wird das ein ganzer Roman. Auch wenn die Mitarbeiter des Fanladens es langsam nicht mehr hören können: Tausend dank für diese Fahrt und daß Ihr bei all dem Streß mit dem Zug immer freundlich gewesen seid. Ein großer Dank auch an alle, die hinter der Theke standen, Netzer für die Taschenlampen, Sandra und Mirijam (die Nixen), Schädel der olle Kapitän, Spaddel, Jens, Pieper, der Schiffskoch Christian, Bartträgerin Frida, Calle, Christine, Andy, CD und USP für das lecker Essen, die Einwohner Bunghausens, Bürgermeister Hans Steindl, der Blaskapelle und alle die ich sonst so vergessen habe. Keinen Dank an die Drecksäue, die alles vollgemüllt, vollgekotzt und die Toiletten so dermaßen verdreckt haben. Und selbstverständlich auch keinen Dank an unsere Deutsche Bundesbahn. Ich frage mich jetzt nur, wann wir 3.Klasse Waggon bekommen, Ihr wisst schon, die mit den Holzbänken.

Flo

PS Fotos von www.bloedesvolk.de bzw. www.unschuldsengel.net