Mönchengladbach

oder

Was gibt es schöneres, als seinen Geburtstag an einem Spieltag zu haben?

Naja, letztes Jahr hatte ich auch am Spieltag Geburtstag, aber lassen wir das...

Da das Spiel auf einen Sonntag fiel, entschieden sich die 42er Pudi und Norbert und die Intergalactics Thesie, Marie-Ann, Inga, Flo und ich gleich dafür, privat statt mit Fanladen-Adventures zu fahren, in er Hoffnung, vielleicht schon um 1 Uhr nachts an unseren Matratzen zu horchen...

Weil Pudi letzte Woche nur die zweite Halbzeit in Leverkusen aufgrund nerviger Staus sehen konnte, wollten wir frühzeitig loszufahren, damit uns eventuelle Stauzeiten nicht in um den Genuss des Spiels bringen würden. Gegen 9 Uhr trafen die Intergalactics am Clubheim ein, wo die 42er bereits warteten. Erst mal war dann Kuchen-, Blumen- und Geschenkübergabe. Jetzt kann ich endlich die Entstehungsgeschichte des FC 42 nachvollziehen!

Wir machten uns gleich auf die Socken und erreichten nach kurzem Stop an der Tanke zum Kaufen von Rauchwaren die Autobahn. Bis Bremen fuhren Pudi und Norbert im Smart vorweg, denn Norbert wollte auf der Rücktour gleich von Bremen aus nach Cuxhaven durchstarten. Gegen 10 kehrten wir bei McDonalds ein, öffneten eine Flasche Sekt, kosteten den Kuchen und stießen auf mein neues Lebensjahr an. Nachdem das Miniauto einen Parkplatz in Bremen gefunden hatte, war die Busbesatzung in Flo´s VW komplett und es wurden sich die ersten Biere genehmigt.

Trotz zahlreicher Pinkelpausen (kannst Du in 50 km mal anhalten, ich muss schon wieder) waren wir schon um halb 3 am Bökelberg, fanden einen Parkplatz an der Zufahrtsstraße in Fahrtrichtung und machten uns auf die Suche nach einer gemütlichen Kneipe. Leider mussten wir feststellen, dass das Römereck, in welches wir vor zwei Jahren eingekehrt waren, nicht mehr existierte. Aber den schmierigen Imbiss an der Ecke, den gab´s noch. Also hin, Currywurst Pommes gegessen und ein Bier gezischt (kann mir eigentlich mal einer erklären, was für Würste die im Ruhrgebiet für Currywürste nehmen? Es war jedenfalls keine Schinkenwurst...).

Gegen vier waren wir dann am Stadion, wo ich dann meinen Sekt an die Brigade in Form von HoTo und Behle, sowie meine Mitreisenden und die Fan- und Exfanbeauftragten verteilte. Lustig. Ein Ständchen hab ich zwar nicht gekriegt, aber viele warme Umarmungen... Um halb fünf mussten wir denn auch langsam rein.

Gefilzt wurde diesmal nur der Rucksack, ich selbst wurde nicht abgetastet. Inga suchte gleich das Klo und stellte dann entsetzt fest, dass es kein Frauenklo in der Gästekurve gibt (immer noch nicht!!!) und beim für Gästefrauen vorgesehenen Klo unter der Gegentribüne eine seeehhhr lange Schlange war... Also auf´s Männerklo. Die Männer nahmens zum Glück nicht so tragisch (kannste mal mein Bier halten, solange du anstehst?).

Wir nahmen unsere Plätze, wie fast immer, oberhalb von Carpe Diem ein und wunderten uns wieder mal über die supersteilen Stufen und die schöne Aussicht über ein gefülltes Stadion, in dem es auch etwas wie Stimmung gibt (anders, wie bei den letzten Auswärtsspielen). Über die „Hände zum Himmel" kann man ja denken, was man will (ich verweise hier auf den Auswärtsbericht von vor zwei Jahren), aber die Gladbacher scheints zu animieren.

Im Gegensatz zu Leverkusen sah der geneigte St. Pauli-Fan eine offensivere und kämpferische Mannschaft als noch in der Woche zuvor. Demuth hatte mit Patschinski zwar wieder nur eine Spitze aufgestellt, doch insgesamt war mehr Zug nach vorn zu erkennen (allerdings habe ich mich die gesamte 1.Halbzeit gefragt, auf welcher Position genau eigentlich Kolinger und Baris gespielt haben...).

Das Spiel begann recht munter und wurde von unseren Jungs zumindest in den ersten Minuten geprägt. Die Stimmung im Block war natürlich nicht mit der in Leverkusen zu vergleichen, ging aber alles in allem in Ordnung.

Das Spiel war von vielen Nicklichkeiten geprägt, es gab viele Fouls, manche mit Gelb bestraft, manche mit Gelbrot, auch wenn es vorher noch keine Gelbe gab, manche auch gar nicht (oder ist Augenpiksen neuerdings erlaubt?). Der Schiri machte nie den Eindruck, als hätte er das Spiel im Griff... Unsere Jungs verloren oft den Ball, manches Mal sogar in der Vorwärtsbewegung in der eigenen Hälfte... Naja, sie können halt alle noch an sich arbeiten.

Ansonsten sah ich ein typisches Gladbachspiel mit vielen Aufregungen, vielen Toren und viel Haare raufen. Bulat hätte den Elfer fast gehabt und unser Ausgleichstor war sehr glücklich (und soooo schön!!! Mir kamen fast die Tränen.).

Den Punkt fest im Gepäck verschnürt machten wir uns bald nach Abpfiff auf den Weg zum Wagen. Trotzdem wir schlauerweise in Fahrtrichtung geparkt hatten, dauerte es wohl fast eine Stunde, bis wir endlich auf der Autobahn waren. Und das war dann auch promt die falsche. Das merkten wir aber erst nach einer weiteren halben Stunde. Gegen 22 Uhr überholten wir den Mannschaftsbus und eine Stunde später hatten wir schon Münster passiert. Zu dieser Zeit fuhr der Fanladenbus gerade in einen monstermäßigen Stau. Unseren Stau hatten wir dann in der Zeit von halb 12 bis halb 1 kurz vor Bremen...

In Bremen suchten und fanden wir Norberts Smart wieder und verabschiedeten uns. Gegen halb 2 erblickten wir die Lichter der Hansestadt und wenig später erreichten wir das Clubheim, wo wir Pudi absetzten. Wir Lauenburger waren dann so gegen viertel vor 3 zu Hause...

Fazit: Bökelberg lohnt sich immer! Das Stadion würde ich nie im Leben abreißen, es ist so schön dort! Ein Klo für die Frauen und alles wär im Lot. Die Spiele sind klasse, die Stimmung auch und besser wär ein Samstag gewesen, denn ich bin jetzt nach knapp drei Stunden Schlaf und einem Arbeitstag mit Kindern ziemlich kaputt und entschuldige mich für sämtliche Fehler schon mal im Voraus...

Christine