Dem Ziel ein Stückchen näher ... ?

Nachdem wir im letzten Auswärtsspiel nur einen Punkt mit nach Hause brachten, bekam das Auswärtsspiel gegen Aachen einen noch weiter gestiegenen Stellenwert. Also machten Pauli Flo, Christine und ich uns per Sonderzug in Richtung Aachen auf den Weg. Gegen 9 Uhr dreissig ging es nach einem Frühstück bei McD ( Foto ) ab dem Hauptbahnhof los. Der Zug war nicht in allen Abteilen sehr gefüllt und in dem ausliegenden Flugblatt wie man uns darauf in, dass der Fanladen durch die schlechte Annahme dieses Sonderzuges ein erhebliches Minusgeschäft machen würde. Leider fiel die musikalische Untermalung dieser Reise wohl dem Rotstift zum Opfer ...

In unserem Waggon reisten ausserdem auch noch der Kiezkicker ( Foto ) und der Fanclub 42. Für genügend Gesprächsstoff um die Reisezeit zu überbrücken war also gesorgt.

Gegen 14 Uhr kamen wir dann im Nebenbahnhof Aachen West an und wurden von einer enormen Menge Ordnungshüter in Kampfanzügen in Empfang genommen. Wir wurden dann in Busse gepfercht und zum Stadion per Polizeikonvoi gebracht ( Foto ). Eine Viertelstunde später waren wir dann am Ziel unser Reise angekommen. Unser Schützenkönig Orson, Class und ein Freund aus Schweden waren auch schon da. Es konnte nun also ins Stadion gehen. Eine Stärkung vor dem Spiel musste leider ausfallen, da die Warteschlangen vor den Wurst- und Bierbuden ( jeweils eine für den kompletten Gästeblock ? ) einfach zu lang waren. Also suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen im inneren des ansonsten wirklich sehr gelungenen Stadions.

Das Stadion war zwar nicht annähernd ausverkauft, doch obwohl es für die Aachener um nichts mehr geht, hatten doch einige den Weg ins Stadion gefunden. Es schien uns so, als ob fast jeder einen schwarzgelben Schal sein eigen nannte und hochhielt bzw. als Windmühle benutzte, als die Songs der Aachener gespielt wurden. An St. Pauli Fans sollen ca. 3.000 im Stadion, insgesamt sollen es 13.400 zahlende Zuschauer gewesen sein.

Im Tor stand nach der guten Leistung in Mainz wieder Heinz Weber. In der Abwehr war Ahlf für den gelbgesperrten Trulsen neben Stanislwaski und Scheinhard in die Mannschaft gekommen. Davor spielten Kolinger und Bürger, Rahn, Meggle und Bajramovic. Im Sturm waren der wieder genesene Rath und Patschinski gesetzt.

Ahlf machte auch gleich einen nicht sonderlich sicheren Eindruck. Nach nur 5 Minuten brachte er durch einen dusseligen Rückpass Heinz Weber in Bedrängnis, der den Ball aber noch vor dem Aachener Kajas wegschlagen konnte. Aachen gab richtig gas ( vielleicht auch aufgrund von Fanprotesten gegen die Leistung der Mannschaft in den letzten Spielen ). Doch St. Pauli hielt dagegen. In der elften Minute bringt Rahn den Ball von der linken Eckfahne hoch in den sechzehner. Patschiunski nimmt den Ball an und bringt Bürger in Schussposition. Bürger zieht aus ca. 13 Metern auf¥s Tor ab, Meggle fälscht den Ball noch leicht ab und schon zappelt er im Netz. Ein Schuss, ein Tor. Besser geht¥s nicht. Doch Aachen steckte nicht auf, sondern machte eher noch mehr Druck und ging sehr ( nicht selten zu ) aggressiv in die Zweikämpfe. So auch der Aachener Wildmann, der in Kung-Fu-Manier ( mit hohem, gestreckten Bein ) Henning Bürger am Kopf erwischte. Bürger musste noch am Spielfeldrand an der Augenbraue genäht werden. Ich weiss gar nicht, ob es dafür farbigen Karton zu sehen gab. Aachen hatte einige Mögli9chkeiten, die jedoch allesamt vergeben wurden. Man merkte, dass die Torjäger Xie-Hui und Diane nicht dabei waren. Ein starkes Spiel machte aber der junge Türke Inceman, der immer wieder Angriffe einleitete. Doch St. Pauli hatte auch seine Chancen und die waren wirklich hochkarätig. In der 30. Minute etwa spielte Bajramovic den Ball von der Mittellinie steil in die Spitze, Rath bekommt den Ball, scheitert aber an dem herausgelaufenen Torwart Lenz. Den Nachschuss von Patschinski kann der Aachener Mark Rulen gerade noch auf der Linie wegschlagen. Die anschliessende Ecke ist schon fast geklärt, da kommt der Ball zu Rahn, der in Patschinski´s Lauf aus der Menge in den sechzehner köpft, doch es war ( für mich unverständlich ) auf Abseits entschieden worden. Nach diesen Chancen unser braun-weissen verschärfte Aachen wieder das Tempo, doch St. Pauli konnte sich erstmal in die Pause retten.

Kurz nach dem Wechsel gab es auch schon die erste Chance für St. Pauli. Nach einem Freistoss von Rahn wird der Ball vorerst abgewehrt und kommt in den Rückraum zu Meggle. Meggle spielt den Ball wieder zurück zu Rahn, der den Ball per Kopf zu Rath weiterleitet. "Harry" nimmt den Ball mit der Brust an und schiesst mit einer Drehung auf´s Tor. Querlatte. Der Torwart war zwar chancenlos, aber der Ball leider nicht im Tor. Bei St. Pauli schwanden nun langsam die Kräfte, dadurch wurden den Gastgebern weitere Chencen zum Ausgleich ermöglicht. Kajass verzog vom Elfmeterpunkt aber völlig, als Meggle und Kolinger an einer Aachener Flanke vorbeisprangen. Die Härte der Aachener forderte nun auch noch ein Auswechslungsopfer. Für Rahn kam Deniz Baris auf der linken Seite ins Spiel. Dann endlich mal wieder eine Chance für St. Pauli. Meggle und Bürger erkämpften sich den Ball in der eigenen Spielhälfte. Bürger treibt den Ball nach vorne und flankt von der Mittellinie auf den alleingelassenen Rath. Rath stürmt mit dem Ball in den sechzehner und schiesst, doch Lenz kann mit dem Fuss abwehren. Den Nachschuss von Bürger hält er auch noch.

Bei einem Einwurf von Willi Landgraf in der St. Pauli Fankurve flogen dann leider Feuerzeuge und Bierbecher in die Richtung des Linienrichters und des Aachener Publikumslieblings. Unsere Fangemeinde möchten uns hier noch mal von solchen Aktionen distanzieren !!! Das werfen von Gegenständen gegen Spieler oder Schiedsrichter gehört einfach nicht zu einem Fussballspiel dazu!!! Da war natürlich erstmal grosse Aufregung angesagt, doch die mitgereisten Ordner, die Spieler und Trainer konnten für Ruhe auf den Rängen sorgen. Zum Glück ist ja auch nichts passiert.

Auf dem Platz blieb es aber hektisch. Scheinhard fing sich eine gelbe Karte ein und ist somit für das nächste Spiel gesperrt. Auf der linken Seite brachte der eingewechselte Baris ( in Fachkreisen auch " Psycho Bob " genant ) neuen Schwung in die Partie. Unter anderem mit einem langen, langen Pass auf Bürger, der fast direkt aus 25-30 Meter Richtung Tor schiesst.

Der Ball wurde immer länger und länger und landete letztendlich oben auf dem Tornetz. Nachdem Aachen zwei neue Offensivspieler gebracht hatte nahm Demuth in der 70. Minute Konetzke für Rath in die Partie. Aachen warf nun alles nach vorne, was für St. Pauli in der 80. Minute noch eine Konterchance möglich machte. Der Ball kommt nach einem Zweikampf in die Hälfte der Gastgeber. Bürger kann alleine mit dem Ball auf´s Tor zustürmen, doch Landgraf rennt ihm hinterher. Am sechzehner kommt Bürger durch Landgraf zu Fall. Der Schiedrichter liess aber weiterspielen. Also für mich sah es wie ein klares Foul aus. Ich will mich nicht schon wieder darüber auslassen, aber der Schiedsrichter war einfach mit dem Spiel überfordert. Das Zittern für St. Pauli ging also weiter. Jetzt waren zeitweilig 18 Spieler gleichzeitig in unserem Strafraum. In der Nachspielzeit ermöglichte das eine Chance für Lämmermann, der nach einem Einwurf den Ball bekommt, aber aus ca. 8 Metern per Fallrückzieher über das Tor semmelt. Es war geschafft !!! St. Pauli konnte den frühen Vorsprung also doch noch über die Zeit retten.

In der Abwehr war Stanislawski enorm stark, ebenso wie gewohnt Scheinhardt. Kolinger fungierte quasi als Ausputzer, was ihm recht gut gelang. Im Sturm waren Rath und Patschinski ohne Glück, bekamen dafür aber von den Aachenern ordentlich auf die Socken.

Deniz Baris sorgte nach seiner Einwechslung für Ruhe nach hinten und für Ideen nach vorne, er bekam ja auch kürzlich einen neuen Vertrag. Weber und Bajramovic steigern sich von Spiel zu Spiel. Bei Bürger ging diesmal mehr nach vorne, als nach hinten und Meggle konnte einfach keine Ruhe ins Spiel bringen. Wie gegen Mainz fehlte auch gegen Aachen die Entlastung durch den eigenen Spielaufbau. Die Aachener hatten wesentlich mehr Spielanteile, doch St. Pauli hatte die etwas besseren Chancen und brachte den Ball auch ein mal hinter die Linie. Dieser hart erkämpfte Sieg war aber Grund genug für die St. Paulianer mit deer Mannschaft zusammen fast eine halbe Stunde zu feiern. Unvergesslich werden wohl die Tanzeinlagen von Scheinhard, die Raupe und die Erstürmung des Zauns von Patschinski und Konetke bleiben. Sogar Didi Demuth kam noch mal aus der Kabine, um mit Freudensprüngen Richtung Fans diesen Sieg zu feiern. Einige Aachener wohnten diesem Spektakel auch noch bei, und zum Schluss feierten die St. Pauli Fans auch noch die auslaufenden Aachener Spieler.

Man konnte sich nun also mit drei Punkten im Gepäck auf den Weg nach Hause machen. Im Stadion waren die Toiletten leider schon abgeschlossen, was mich zum wildpieseln zwang ... Wieder wurde man wie Vieh in einen Bus gepfercht und mit einem Riesenumweg von ca. 20 Minuten zum Bahnhof Aachen West gebracht. Es war somit Unmöglich noch jedwede Verpflegung für die Rückreise einzukaufen. Schade, schade. Die Ordnungshüter wollten uns wohl nur so kurze Zeit wie möglich im Bahnhof haben, denn schon bald fuhr der Sonderzug in den Bahnhof hinein. Norbert und Pauli Flo mussten sich also im Jolly Roger Abteil mit alkoholischen Getränken ein. Die Heimfahrt verlief aber relativ ruhig. Wir mussten zwischenzeitlich noch mal in Appelhülsen ( Foto ) etwas länger halten, da jemand zwecks besserer medizinischer Versorgung in ein Krankenhaus abtransportiert werden musste. Als Empfangskomitee hatte man extra den Bürgermeister dieser idyllische Stätte plus Adjudanten zu den Geleisen beordert. Durch diese Verzögerung wurde es uns dann aber doch ermöglicht im Hauptbahnhof zu halten. Vorher hiess es, dass hsv-Hools dem Sonderzug und seinen Insassen auflauern wollten. Der hsv hatte ja ein Heimspiel gegen Kaiserslautern gehabt und vereinzelt waren auch noch ein paar Fans der Rothosen auszumachen.

TeTie.

 Wie spielten die anderen Aufstiegsaspiranten ??

 

Ahlen: Spiel fiel aus, da der Platz aufgrund heftiger Regenfälle abgesoffen war. Das Nachholspiel findet am Mittwoch statt.

Nürnberg: Steht als erster Aufsteiger fest.

Fürth: Spielte unentschieden gegen Bielefeld.

Mannheim: Spielt auch am Mittwoch.