Vorfreude auf den größten „Plopp“ der Welt

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Per Fanladen-Adventure-Tours in den wilden Osten

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Warum Norbert jetzt mal wieder ohne „oder“ Überschriften auskommen muss

Das Problem, Berichte zu Spielen in dieser Kackliga zu schreiben ist nicht die, dass mir keine Überschrift einfallen würden. Ich könnte wahrscheinlich locker eine Seite mit lauter „oder“ Überschriften füllen, allein, es mangelt mir am Text für darunter. So wahrscheinlich auch diesmal, aber ich versuch es wenigstens....

Trotz des Lübeck Auswärtsspiels (haben wir da eigentlich jemals gut ausgesehen?) meldeten wir uns für den Bus nach Jena an und ich stand also an diesem Samstag noch locker zwei Stunden eher auf als während der Woche, der Hauptgrund, weshalb ich es mir verkneife, in dieser Liga alles zu fahren . So waren mit immerhin drei Intergalaktischen und zwei 42ern fünf Außerirdische an Bord, konnte ja nur gut werden.

Die Hinfahrt verlief recht kurzweilig, auch wenn wir keinen CD Wechsler an Bord hatten, M. hatte an seinen Kassettenadapter gedacht und so konnte auf der Hinfahrt Musik vom I-Pod und auf der Rückfahrt vom CD-Player abgespielt werden. M. erzählte von seiner Übernachtung im JollydayInn und dass die Punkrocksuite auf jedenfall sehr gelungen sei, aber halt nur was für Punkrocker ist, die gute Ohrstöpsel haben, denn das Jolly liegt halt genau darunter. Nach knapp einer Stunde sammelten wir in Hollenstedt noch weitere vier Mitfahrer ein und machten die erste unserer „5-Minuten-Pause“ Pausen, die wir trotz Danielas Bestimmtheit wohl doch immer verlängerten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück war es dann um kurz nach acht auch Zeit für den größten „Plopp“ aller Zeiten: wir öffneten unser Weihnachtsgeschenk und hatten damit definitiv die Lacher auf unserer Seite. Zudem kamen so die alten Stadionbecher (Freiburg, Mainz, Osnabrück, Uerdingen) endlich mal wieder zu Ehren. Und so schlecht schmeckte es auch gar nicht.

Dann wurde sich die Zeit weiter mit Dösen, Magazinen lesen und schnacken vertrieben und dann waren wir auch schon in Jena, wo wir kurz vorm ersten Plattenbau von einem Polizeiwagen in Empfang genommen wurden. (und wir dachten schon, die Feldjäger von der letzten Raste vor Jena würden diesmal den Job übernehmen). Für Lachanfälle der größeren Art sorgte das Büdchen gegenüber vom Stadion: es war rundherum mit Bibelversen beschriftet! Und davor lungerten zahlreiche Fußballassis rum! Ein Bild für die Götter, um im Bild zu bleiben!

Die Busfahrer hatten reichlich zu tun, auf den Busparkplatz hinter der Gästekurve zu kommen, mussten sie doch durch lauter eingezäunte Sportanlagen durchkurven. Respekt, hat alles geklappt.

Auf dem Parkplatz traf man dann auch die Besatzungen der übrigen Busse, ich glaube sieben aus St. Pauli und einer ausm Osten, wenn ich mich nicht verzählt habe. Es wurde noch ein wenig gequatscht und Bier getrunken und dann wollte ich rein, da ich ein dringendes Bedürfnis spürte. Gut, rein ging ja noch, die Ordner waren in Ordnung, das Abtasten so wie am Millerntor. Aber dann: sensationell ZWEI (!!!!!!!!) Dixie-Klos für die gesamte Kurve! Für Männlein und Weiblein! Das kann doch nicht wahr sein! Für jeden Sch*** gibt es in Deutschland Verordnungen, aber für Fußballassis offensichtlich nicht! Jeder Männliche Zaunpinkler hätte mein vollste Unterstützung gehabt, auch wenn ich Wildpunkeln generell unästhetisch finde, aber es gab keinen geschützten Platz zum Freipinkeln. Also war die Schlange zwischen 20 und 50 Leuten lang, die von einem Bein aufs andere hüpften. So wurde man wenigsten von den komischen Typen abgelenkt (augenscheinlich Erfurter), die durch reichlich dämliche Sprüche „glänzten“. 

Reichlich früh fand ich mich dann im ziemlich überfüllten Gästeblock wieder. Zum singen hatte ich immer noch keine Lust bekommen, weshalb ich mir ein Plätzchen etwas Abseits von USP suchte. Die hatten eine schöne Fähnchenchoreo aus buntem Krepppapier gebastelt, sah sehr gut aus.

Großes Glück habe ich bei meinen Auswärtsfahrten ja nicht, ich bevorzuge Spiele, bei denen es richtig um was geht und dann so richtig kacke gespielt und natürlich verloren wird (gern unglücklich). So war es denn auch diesmal. Und in der ersten Hälfte gab es einige Chancen, die größte versemmelte Mazingu, das war schon die zwei 1000%ige! Verdammt.

In Halbzeit zwei kam dann gar nix mehr. Totaler Angshasenstandfußball mit null Emotion und Einsatz. Und sich dann wundern, warum man nach Abpfiff nicht frenetisch am Zaun gefeiert wird! Ne, echt nicht! Das war endgültig die letzte Chance, wir hätten noch mal rankommen können, nun hat Jena es so gut wie geschafft! Ich bin hin- und hergerissen, ob ich will, dass die Mannschaft sich dann noch mal am Zaun zeigt. Ich glaube, es wäre für die aufgewühlten Geister auf beiden Seiten des Zauns besser, sie würden es lassen und nur aus der Ferne respektzollenden Beifall spenden. Denn WIR gehen ins vierte Jahr Regionalliga, wenn nicht noch ein Wunder passiert, SIE nicht. Und nicht wenige in der Kurve machen JEDES Spiel mit. Da will man zumindest Einsatz sehen. Jena war durchaus schlagbar. Obs am Pokalfieber lag? Spekulation. Ich bin gespannt auf Mittwoch, mit der Leistung aus Jena werden wir die heftigste Klatsche seit Lübeck erleben (und damit meine ich nicht das 1:2).

Die Rückfahrt konnte nicht um viertel nach vier angetreten werden, da wir erst mal noch ein Viertelstunde länger im Block bleiben mussten und es dann sehr schwierig war, die Busse alle wieder vom Parkplatz runter zu bekommen. Dies war bedauerlich, denn einem Großteil der Busbesatzung dürstete es nach Alkohol, um sich den Tag noch schön zu trinken, doch wir mussten an zwei Rasten vorbei, bis wir halten durften.

Endlich ein Sitzklo und dann noch Bier, herrlich. Mit Bierquartett wurde dann auch noch ein passendes Spiel zur Ablenkung gefunden, und wäre nicht irgendwann Sprite-Korn in meinem Becher gelandet, wäre ich am Sonntag fitter gewesen.

Bis auf das Spiel eine schöne Auswärtsfahrt, aber jedes zweite Wochenende muss ich nun auch nicht 13 Stunden im Bus sitzen. Deshalb sind die nächsten Fahrten auch per Auto oder Zug.

Christine