Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

oder

Endlich mal wieder Fanladen-Adventure-Tours

 Ich musste schon ziemlich lange überlegen, wann ich das letzte Mal mit dem Bus des Fanladen zu einem Auswärtsspiel gefahren bin. Ich bevorzuge in der Regel ja die Bahn oder reise privat an, weil noch Besuche in der Gegend zu machen sind. Und überhaupt hatte ich in den letzen zwei Jahren äußerst wenig Lust, am Wochenende genauso früh oder früher aufstehen zu müssen, als in der Woche, um mir Drittligagekicke in der Pampa anzuschauen. Doch diese Saison ist ja die Aufstiegssaison!

M. und N. hatten sich schon für den Bus entschieden und da ich ja gern auch mal wieder mit Teilen meines Fanclubs und des Sch*** FC 42 reisen wollte, klingelte der Wecker also auch am Samstag um viertel vor sieben. Und nein, ich habe mich auch nach vier Jahren geregelter Arbeit noch nicht daran gewöhnt, früh aufstehen zu müssen!

Auf die Sekunde pünktlich holte M. uns dann auch am Pool ab und wir fuhren gemeinsam weiter zum Millerntor, wo N. bereits im Bus1 saß und verzweifelt unsere Plätze verteidigte. Dabei war es 10 Minuten vor Abfahrt! Und er behauptete, schon seit einer Stunde vor Ort zu sein.

Natürlich ging es nicht um halb neun los, sondern erst um viertel vor und dann kam auch der erste Brüller des Tages aus Richtung des Busfahrers: Fahrzeit nach Berlin: 3 Stunden (leises Lachen hinter vorgehaltener Hand ist im Bus zu vernehmen). Und: Ach ja, das Klo ist schon voll (prustendes Gelächter mischt sich mit Gestöhne und lauten Unmutsbekundungen). Erste Wetten, ob wir die erst Pause schon in der ddr oder bereits vorher machen müssen, wurden abgeschlossen, während sich die Busbesetzung darüber wunderte, warum wir auf der B5 bis Billstedt zurückfuhren, um dort auf die A1 zu fahren....

Die erste Pause machten wir dann am Rastplatz Schaalsee, also schon in Meck-Pomm. Drei weitere folgten, wobei einer davon so dringend wie ungeplant war. Obwohl nicht direkt in Kolonne fahrend, trafen wir doch immer wieder auch die anderen beiden Busse (USP und KOG ;-) ). Beim ersten Stopp wurde sogar ein Sektfrühstück nebst belegten Brötchen kredenzt (leider nicht für unsere Gruppe L ). Beim zweiten planmäßigen Stopp wurde uns strengstens vom Reiseleiter untersagt, bei MC Donalds einzukehren, da wir Zeitprobleme hätten.

Die Klosituation ließ mich an die Auswärtsfahrt von Glasgow nach Inverness denken, auf der ich das erste Bier erst trank, nachdem ich das Schild: Inverness, 18m gesehen hatte. (an dieser Stelle entsinne ich mich, dass ich den Glasgowbericht immer noch nicht online gestellt habe, da könntet ihr die Geschichte nachlesen, die ich meinen Mitfahrern zum Besten gab). Also öffnete ich mein erstes Astra auch erst IN Berlin.

Tatsächlich erreichten wir die Nähe des Stadions auch erst gegen viertel nach eins, um uns dann wegen Straßenbauarbeiten spiralisch umkreisend dem Stadion zu nähern.

Dort angekommen wurde dann der intergalaktische Zugfahrer nebst pusch begrüßt, um dann im Stadion (recht normale Einlasskontrolle, anders als in Wuppertal, wo mir doch recht weit unter den Rock "getastet" wurde) die beiden Südzeckenmädels zu herzen.

Schnell noch ein paar Fotos gemacht, eine weitere T. begrüßt, die mich ob meiner offenen Haare gar nicht erkannte, ein Bier besorgt (was diesmal kein Problem war, auch in Berlin kann man dazu lernen: es gab insgesamt drei Bierstände und zwei Wurststände) und dann mal einen Platz gesucht. Den fanden wir dann bei Teilen der Hotzenplotzcrew, dicht genug dran am sangesfreudigen Volk.

Gesungen wurde eifrig (und auch ein bisschen getanzt) und obwohl wir wegen des Sonnenscheins oder warum auch immer diesmal unüberdacht auf der Hintertortribüne stehen mussten, war es eine annehmbare Lautstärke, die da erzielt wurde. Und eine neue Variante des schon bekannten "Magischen FC" wurde intoniert.

Singen und tanzen war also klasse, aber das Spiel nicht wirklich. Wenn man die Tabellensituation nimmt, dann ist ein Punkt schon ok und die Hertha war nicht schlecht. Trotzdem hätte das Spiel gewonnen werden können. Schade, dass das Tor Abseits war. Und ein Stürmer ist halt doch zu wenig. Da muss was passieren. Immerhin waren unsere Kicker in der zweiten Halbzeit so häufig vorm Tor der Berliner, dass Hollerrieth merkwürdig aussehende Dehn- und Gymnastikübungen in seinem Strafraum vorführte.

Ein Schlechtes hatte es, dass wir diesmal per Bus und nicht per Bahn nach Berlin reisten: es gab im Anschluss wieder eine Party, auf die T. und M. dann ohne uns gingen. Dabei war die im Juni so nett.

Die bei einem Sieg seitens des Reiseleiters versprochene Animation fiel auch aus und die Musik dudelte nun auch schon in Endlosschleife. Endlich durfte beim Stopp auch Nahrung bei MC Do aufgenommen werden. Doch richtig Stimmung kam erst kurz vor Hamburg auf, als die erste Reihe das Mikrofon in die Hand bekam und Capo spielte ;-)

Am Millerntor nach einem 12 Stunden Ausflug wieder angekommen, wollten wir noch einen Absacker im Jolly zu uns nehmen, doch das war komplett in Bembel-Hand.....

Christine